Monitoring liefert Grundkenntnisse zum Verhalten der grossen Beutegreifer
Die Erfassung aller Nachweise von grossen Beutegreifern in der Region (Plaiv–Unterengadin–Münstertal) mittels Fotofallen, Spuren-, Kot- und Urin-Nachweisen, Rissen und Sichtbeobachtungen gehört zu den Monitoring-Aufgaben des Schweizerischen Nationalparks (SNP). Diese Nachweise ermöglichen Grundkenntnisse zur Raumnutzung und zu sozialen Einheiten (Einzeltier, Paar, Rudel). Genetische Analysen geeigneter Proben dienen der Identifikation von Individuen und der Herleitung von Verwandschaftsbeziehungen.
Besenderungen erlauben individuelle Nachverfolgung
Von besonderem Interesse ist das räumliche Verhalten von Wölfen. Für Forschung und Management sind Kenntnisse der detaillierten Raumnutzung eines Wolfsrudels unerlässlich. Die GPS-Besenderung von Leittieren ermöglicht die genaue Ermittlung von Streifgebietsgrenzen.
Um zu klären, wie lange Rudel zusammenbleiben, wann und wohin Jungtiere abwandern, müssen auch möglichst viele Jungtiere besendert werden. Darüber hinaus liefern solche Senderdaten Informationen über Interaktionsmuster älterer Nachkommen mit ihren jüngeren Geschwistern und den Eltern.
Voraussetzung für Besenderungen ist der Fang von Wölfen. Das ist sehr anspruchsvoll, weil sie über hervorragende Sinne verfügen und sehr scheu sind.