Was braucht es, um eine Koexistenz von Mensch und grossen Beutegreifern zu ermöglichen?
Die Rückkehr der grossen Beutegreifer fordert von unserer Gesellschaft eine hohe Anpassungsfähigkeit und Flexibilität. Entscheidend sind auch Zeit und Erfahrung, um adäquat auf die neuen Herausforderungen zu reagieren. Am meisten betroffen sind Halterinnen und Halter von Schafen und Ziegen. Risse von Wölfen in solchen Herden sorgen für emotionale Reaktionen und führen immer wieder auch zu der Forderung nach Abschuss der betreffenden Tiere. So erstaut es nicht, dass im Bundesparlament in den letzten Jahren zu keinem anderen Thema so viele Vorstösse eingereicht wurden.
Im Fokus: Der Wolf
Am 7. März 2025 wurde der Wolf gemäss Berner Konvention von «streng geschützte Art» auf «geschützte Art» herabgesuft. Bei geschützten Arten ist ein Bestandesmanagement möglich. Die entsprechende Gesetzgebung auf Bundesebene wurde angepasst und die entsprechende Regulation der Wolfsbestände wird bereits umgesetzt. Es stellt sich allerdings die Frage, ob bei den heutigen Regualtionsmassnahmen ökologische Kriterien ausreichend berücksichtigt werden. Diese Diskussionen sind kontrovers.
Der Schweizerische Nationalpark möchte hier mit entsprechender Forschung und Monitoring für mehr fachliche Grundlagen sorgen.
Mögliche Konflikte zwischen Herdenschutz und Tourismus
Im Bereich Gesellschaft geht es auch um die Koexistenz zwischen Tourismus und grossen Beutegreifern. Mögliches Konfliktpotenzial gibt es in Gebieten mit Herdenschutzhunden. Umso wichtiger ist es, dass Einheimische und Gäste wissen, wo sich diese Herdenschutzhunde befinden und wie man sich ihnen gegenüber zu verhalten hat. Auch in diesem Bereich möchte der SNP seine Unterstützung anbieten und damit zu einer Entspannung der Konflikte beitragen.
Links:
- Herdenschutzhunde und Mutterkuhherden im Unterengadin
- Innotour-Projekt «Grosse Beutegreifer und Tourismus»