Am vergangenen Wochenende feierten der Schweizerische Nationalpark, der Nationalpark Stilfserjoch und der Naturpark Biosfera Val Müstair die Eröffnung des Drei Pärke Weges. Das neue Wanderangebot überschreitet Landesgrenzen und macht sichtbar, wie wichtig die internationale Zusammenarbeit für den Schutz der Biodiversität ist.

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Im Herzen der Alpen vereinen die drei Pärke Natur- und Kulturwerte von europaweiter Bedeutung. Die aussergewöhnliche Vielfalt an Lebensräumen macht die Alpen zu einem Hotspot der Biodiversität: Auf rund 2 Prozent der Fläche Europas kommt etwa ein Drittel aller Gefässpflanzen vor, rund 10 Prozent davon sind ausschliesslich hier heimisch. Gleichzeitig setzen Klimawandel und veränderte Nutzungsansprüche die Alpen zunehmend unter Druck. Schutzgebiete sind wertvolle Lebensräume, in denen die Natur- und Kulturlandschaften auch künftig ihre Vielfalt und Eigenart bewahren können.

Mit ihren jahrzehntelangen Datenreihen sind insbesondere der Schweizerische Nationalpark und der Nationalpark Stilfserjoch wichtige Gradmesser für den Zustand der Natur. Lange erschwerten jedoch administrative Hürden und heterogene Datenerfassung den Austausch von Forschungs- und Monitoringdaten. Das Interreg-Italien–Schweiz-Projekt MAP-Rezia («Monitoraggio della biodiversità nelle Aree Protette della Rezia») hat die Zusammenarbeit in den Bereichen Biodiversitätsmonitoring, Schutzgebietsmanagement und Kommunikation entscheidend gestärkt. Damit schafft das Projekt wichtige Grundlagen für künftige grenzüberschreitende Datenerhebungen und darauf abgestützte Naturschutzmassnahmen.

Ein Beispiel dafür sind rund 50 standardisierte Untersuchungsflächen in den Schweizer und italienischen Alpen. Dort werden nach einheitlichen Methoden Bodeneigenschaften, Klimadaten sowie Tier- und Pflanzenarten erfasst und Geräusche aufgezeichnet. Die Untersuchungsfläche mit der zurzeit höchsten Pflanzenvielfalt befindet sich in der Val Saliente (IT): Auf einer Fläche von lediglich 30 × 3 Metern wurden 105 verschiedene Arten nachgewiesen.
Auch die Erforschung von Wildtieren profitiert von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Die Wanderungen von Hirschen oder Steinböcken lassen sich heute über Landesgrenzen hinweg verfolgen. Passend dazu entdeckte die Exkursionsgruppe am Eröffnungs-Sonntag den im Rahmen des Projekts in der Val Trupchun (CH) besenderten Steinbock «Livio» auf der Fuorcla Trupchun.

Wie wichtig die Erkenntnisse aus solchen Projekten für die Praxis sind, betonte Giorgio Renz, Regionalforstingenieur Scuol-Valsot, an der Podiumsdiskussion vom Samstagabend: «Wenn wir durch Massnahmen im Wald gewisse Tierarten fördern möchten, ist es wichtig zu wissen, wo sie sich aufhalten und weshalb sie bestimmte Lebensräume anderen vorziehen.» Gleichzeitig lieferten die Erkenntnisse aus den Schutzgebieten wertvolle Hinweise für den Umgang mit Natur- und Kulturlandschaften ausserhalb der Pärke.

Während die grenzüberschreitenden Forschungs- und Monitoringprojekte wichtige Grundlagen für den Naturschutz schaffen, bietet der Drei Pärke Weg einen niederschwelligen Zugang zu diesen Themen. Auf vier zusammenhängenden Tagesetappen erleben Wandernde die eindrucksvolle Natur- und Kulturlandschaft im Herzen der Alpen und erfahren, welche Bedeutung Biodiversität für Mensch und Natur hat. Wie Wanderleiter Andrea Nana aus Livigno an der Podiumsdiskussion sagte: «Wir können den Gästen die Augen öffnen für das, was sie ohne uns vielleicht nicht erkannt hätten. Und oft schätzt der Mensch das, was er (er)kennt.» Der Drei Pärke Weg verbindet damit nicht nur Landschaften, sondern auch Menschen, Wissen und Ideen – und macht grenzüberschreitenden Naturschutz unmittelbar erlebbar.

Das Faltblatt zum Drei Pärke Weg ist in den Gäste-Infostellen im Engadin und Münstertal erhältlich.

 

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Weitere Informationen: https://nationalpark.ch/besuchen/erlebniswege/#dreipaerkeweg
Faltblatt Drei Pärke Weg