Medienmitteilung vom 3. Juni 2014
Mit der Eigenproduktion LAINA VIVA (lebendiges Holz) stellt sich der Schweizerische Nationalpark
(SNP) zum 100-Jahr-Jubiläum auch einer grossen kulturellen Herausforderung. Vor der
imposanten Parkkulisse in Zernez haben die sechswöchigen Intensivproben des Ensembles
begonnen.
Die sagenhafte Gründung des SNP ist ein mitreissender Mix aus Drama, Komödie und Satire,
scharfzüngigen Dialogen, echter Engadiner Volksmusik und ausgelassener Bewegung. Premiere ist
am Freitag 11. Juli 2014. Tickets für das mehrsprachige und musikalische Spektakel von renommierten
Schweizer Kulturschaffenden sind unter www.lainaviva.ch erhältlich.
Mit Kind und Huhn
Bei der Eigenproduktion LAINA VIVA setzt der Schweizerische Nationalpark bewusst auf eine moderne
Inszenierung von zwar erfahrenen, aber dennoch jungen Theaterprofis: Giuseppe Spina (Regie/
Produktionsleitung) sowie Simon Engeli (Autor/Darsteller) haben das Stück selbst entwickelt,
Andrea Herdeg ist für die Choreografie verantwortlich. Alle drei sind Absolventen der Scuola Teatro
Dimitri. Vor ihnen liegt eine intensive Probenzeit. Die insgesamt neun Profi-Darsteller verbringen
sechs Wochen in Zernez, teilweise sogar mit Kind und Kegel – oder wie es bei Simon Engeli der Fall
ist, mit Kind, Kegel und Zwerghühnern. Sogar die Einschulung in den romanischen Kindergarten wird
gewagt … Kein Wagnis gehen sie bei den Proben ein: acht Stunden täglich wird geprobt, von Montag
bis Samstagmittag. Der Bündner Kabarettist Flurin Caviezel übernimmt beim Freilichtspektakel die
Hauptrolle des schrulligen Gründervaters Steivan Brunies. Die Fränzlis da Tschlin haben innovative
Engadiner Volksmusik vom Feinsten speziell für LAINA VIVA komponiert und arrangiert. Curdin Janett
amtet als musikalischer Leiter der Produktion.
Totes Holz wird lebendig
Der Titel LAINA VIVA (romanisch für „lebendiges Holz“) ist Sinnbild für die unterhaltende Art, mit welcher
das Freilichtspektakel die Geschichte des Nationalparks erzählt. Der Wald des Nationalparks
spielt darin nicht nur mit dem magischen Pilzrisotto und der Zeitreise der beiden Protagonisten in die
Vergangenheit eine Rolle. Er stellt auch die Verbindung zur bewahrenden Urtümlichkeit und allem
neuen Leben dar, welches er begründet. Durch das Zulassen der natürlichen Zerfallsprozesse profitieren
im Nationalpark Tausende von totholzabhängigen Organismen: Insekten, Pilze, Moose, Vögel
etc. LAINA VIVA wird CO2-neutral durchgeführt – dazu gehört auch das einheimische Holz für das
Bühnenbild sowie diverse Infrastrukturen. Und schliesslich bringen die acht Musiker der „Fränzlis“
auch diverse Holzinstrumente zum Klingen.
Steinbock tanzt Schottisch
Seit dem letzten Oktober sind die 30 einheimischen Laiendarsteller am Proben. Die Frauen und Männer,
Jüngeren und Älteren mimen nicht nur die Dorfbevölkerung vor 100 Jahren, sondern auch Fabelwesen
aus dem Nationalpark, Jäger und Wilderer, National- und Gemeinderäte u.v.m. Und der
Ehrgeiz hat sie gepackt: damit sie den neun professionellen Schauspielenden nicht hintanstehen,
haben sie sich noch freiwillige Zusatzproben verordnet. Die Begeisterung zeigt sich auch bei der
Wahl der Requisiten und Kostüme: sie sind zu einem grossen Teil Originale aus dem Fundus der Laiendarsteller.
Choreografin Andrea Herdeg ist überzeugt, dass Profis und Laien zu einer verschworenen
Gemeinschaft zusammenwachsen werden. Profi-Puppenspielerin Rahel Wohlgensinger im lebensgrossen
Steinbock-Kostüm sei bei den Proben schon instruiert worden, wie der wahre Schottisch
in der romanischen Kultur getanzt werde.
Bildlegende: Puppenspielerin Rahel Wohlgensinger spielt in LAINA VIVA den Steinbock – hergestellt
in der Werkstatt Puppenbau Berlin. Sie ist bekannt für ihre Spezialanfertigungen für Theater und Film.
Zernez, 3. Juni 2014
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Bild Steinbock