Ein Beitrag von Andrea Millhäusler & Hans Lozza
Schweizerischer Nationalpark
10. Februar 2020

Grundsätzlich gilt: mit zunehmender Höhe sinkt die Anzahl vorkommender Arten. Nichtsdestotrotz: Hochgebirge sind aufgrund ihrer Vielfalt an Lebensräumen wichtige Hotspots der Biodiversität. Sie beherbergen zahlreiche hochspezialisierte und endemische Arten. Im SNP wurden insgesamt 2182 Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen, potentiell könnten es aber rund 5500 Arten sein.

Titelbild:
Die Draba Ladina, das Engadiner Felsenblümchen, ist eine Hochgebirgsspezialistin, die nur an wenigen Standorten im Unterengadin vorkommt.

Die Hälfte des Nationalparkgebiets besteht aus vegetationslosen, kargen Gebirgslandschaften. Doch gerade diese Gebiete sind wichtige Hotspots der Biodiversität, auch wenn die Anzahl vorkommender Arten mit zunehmender Höhe sinkt. Denn in Hochgebirgen herrscht eine enorme Vielfalt an Lebensräumen. Einige hundert Höhenmeter  lassen Klimabedingungen entstehen, die wir sonst nur über hunderte von Kilometern von Süd nach Nord erleben. Hinzu kommen Wind, Exposition, Schneedecke und Geologie resp. die Beschaffenheit des Untergrunds. Diese Vielfalt an Bedingungen bewirkt, dass das Hochgebirge ein besonders reiches Spektrum an Arten aufweist, oft mit stark verflochtenen wechselseitigen Beziehungen. Die Vielfalt des Lebens ist ein zentraler Bestandteil von unserem reichen Inventar im SNP. Insgesamt wurden hier 2182 Pflanzen- und Tierarten nachgewiesen, potentiell könnten es aber rund 5500 Arten sein.

Literatur:

  • Haller, H., D. Cherix, Y. Gonseth & S. Imfeld (2013): Biodiversität im Schweizerischen Nationalpark. Tagfalter als Gradmesser für die Artenvielfalt. In: Haller, H., A. Eisenhut & R. Haller (Hrsg.): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre. Nat.park-Forsch. Schweiz 99/1. Bern: Haupt Verlag: 70-71
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