{"id":22368,"date":"2026-11-03T08:47:32","date_gmt":"2026-11-03T07:47:32","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=medianews_cpt&#038;p=28772"},"modified":"2026-11-03T08:47:32","modified_gmt":"2026-11-03T07:47:32","slug":"pcb-sanierung-im-spoel-vorerst-abgeschlossen","status":"publish","type":"medianews_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/medianews\/pcb-sanierung-im-spoel-vorerst-abgeschlossen\/","title":{"rendered":"PCB-Sanierung im Sp\u00f6l vorerst abgeschlossen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ende Oktober konnten die Arbeiten zur Sanierung der PCB-Belastung im Sp\u00f6l im Schweizerischen Nationalpark abgeschlossen werden. Auf einer Strecke von rund 3 km wurden die Sedimente entnommen und aufbereitet. Das PCB-belastete Feinmaterial wurde abtransportiert und thermisch entsorgt.<\/strong><\/p>\n<p>Im September 2016 wurden bei Sanierungsarbeiten an der Staumauer Punt dal Gall der Engadiner Kraftwerke (EKW) hochgiftige polychlorierte Biphenyle (PCB) freigesetzt. Untersuchungen zeigten, dass die Sedimente und zahlreiche Lebewesen im Sp\u00f6l stark belastet waren. Nun konnte nach einer intensiven Bausaison der rund 3 km lange Abschnitt unterhalb der Staumauer saniert werden. Grundlage war ein gemeinsamer Sanierungsvorschlag von EKW, Schweizerischem Nationalpark (SNP) sowie Pro Natura, WWF und Aqua Viva, den der Kanton Graub\u00fcnden 2024 genehmigt hat.<\/p>\n<p><strong>Erfolgreiche Sanierungsarbeiten<\/strong><br \/>\nDie Sanierung war anspruchsvoll: Ein grosser Teil der Arbeiten fand in einer engen und nur einseitig zug\u00e4nglichen Schlucht statt, zudem galten strenge Naturschutzauflagen. Erfahrungen aus der Testsanierung des Tosbeckens im Jahr 2017 sind miteingeflossen. Das Sanierungskonzept hat sich laut Giacum Kr\u00fcger, Direktor der EKW, bew\u00e4hrt: \u00abEs hat einen Moment gedauert, bis die komplexen Abl\u00e4ufe optimal abgestimmt werden konnten. Doch die beauftragte Firma hat diese Herausforderungen gemeistert. Dadurch konnten die Ziele der Sanierung unfallfrei und auf umweltschonende Weise erreicht werden.\u00bb<br \/>\nDie Sedimente wurden vom Bachbett entnommen und in eine \u00fcberdachte Anlage am Fusse der Staumauer transportiert und dort aufbereitet. Auch das Tosbecken direkt unterhalb der Staumauer wurde ein zweites Mal gereinigt. Steine und Kies wurden gewaschen und f\u00fcr die Wiederherstellung der Baupiste im Bachbett verwendet. So gelangte das gereinigte Material wieder in den Fluss. Das belastete Feinmaterial wurde separiert und im Zementwerk in Untersiggenthal (AG) bei rund 1200\u00b0C thermisch behandelt. Ein am unteren Ende der Sanierungsstrecke aufgestautes Absetzbecken diente dazu, angeschwemmtes und allenfalls belastetes Feinmaterial zur\u00fcckzuhalten. Dieses wurde anschliessend vollst\u00e4ndig abgepumpt und ebenfalls aufbereitet.<br \/>\nNach Abschluss der Entnahme- und Aufbereitungsarbeiten Ende September wurde die Baupiste auf der gesamten Strecke aufgelockert. So k\u00f6nnen die geplanten \u00f6kologischen Hochwasser m\u00f6glichst rasch wieder naturnahe Bedingungen schaffen. Ende Oktober waren auch diese Wiederherstellungsarbeiten abgeschlossen.<\/p>\n<p><strong>Wie geht es nun weiter?<\/strong><br \/>\nDer obere Sp\u00f6l wird derzeit mit \u00f6kologischen Hochwassern unterschiedlicher Intensit\u00e4t gesp\u00fclt. Dadurch soll wieder ein naturnahes Flussbett entstehen und damit ein geeigneter Lebensraum f\u00fcr Kleinlebewesen geschaffen werden. Die Str\u00f6mung soll zudem Kiesfl\u00e4chen formen, welche Bachforellen ab Mitte November als Laichpl\u00e4tze dienen. Vor Beginn der Arbeiten waren rund 20&#8217;000 Bachforellen abgefischt und in den unteren Bereich des Sp\u00f6ls umgesiedelt worden. Mit der Entfernung der Sperre am unteren Ende der Sanierungsstrecke k\u00f6nnen die Fische wieder selbstst\u00e4ndig aus dem unteren Flussabschnitt aufsteigen und den sanierten Lebensraum besiedeln.<br \/>\nDie \u00f6kologischen Hochwasser werden auch im kommenden Jahr fortgesetzt und von Gew\u00e4sser\u00f6kologen begleitet, um die Entwicklung gezielt zu beobachten und wenn notwendig zu unterst\u00fctzen. Nach f\u00fcnf bis sieben Jahren wird ein Monitoring zeigen, wie sich der Zustand von Wasser, Sediment und Lebewesen im Sp\u00f6l entwickelt hat.<br \/>\nSaniert wurden die oberen rund 3 km des insgesamt 5,6 km langen Oberen Sp\u00f6ls. Der untere Abschnitt wird mit \u00f6kologischen Hochwassern gesp\u00fclt und anschliessend auf PCB untersucht. \u00dcberschreitet die Belastung die festgelegten Grenzwerte, muss auch dieser Abschnitt saniert werden. Ein Entscheid f\u00e4llt nach Auswertung der Proben im Laufe des Winters.<\/p>\n<p><strong>Erleichterung beim Schweizerischen Nationalpark<\/strong><br \/>\nNach langen Diskussionen und Planungen ist die Erleichterung bei den Verantwortlichen des Schweizerischen Nationalparks gross. Nationalparkdirektor Ruedi Haller zieht eine positive Bilanz: \u00abMit dem gew\u00e4hlten Verfahren ist es gelungen, mehr als die angestrebten 90 Prozent der PCB aus dem Fluss und damit aus dem \u00f6kologischen Kreislauf zu entnehmen. Diese Entnahme ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass wir in Zukunft die Belastung von Wasser, Sediment und Lebewesen wieder auf ein unbedenkliches Niveau senken k\u00f6nnen. Wir sind sehr froh, dass es nach zehn Jahren gelungen ist, die Sanierung erfolgreich durchzuf\u00fchren und damit die Voraussetzung f\u00fcr eine unbelastete nat\u00fcrliche Entwicklung zu schaffen.\u00bb<\/p>\n<p>Weitere Informationen: <a href=\"http:\/\/www.nationalpark.ch\/spoelsanierung\">www.nationalpark.ch\/spoelsanierung<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong><br \/>\nIm September 2016 liess die Engadiner Kraftwerke AG (EKW) an der Staumauer Punt dal Gall oberhalb Zernez Korrosionsschutzarbeiten durch eine spezialisierte Firma ausf\u00fchren. Dabei gelangten feine Partikel des PCB-haltigen Rostschutzanstrichs ins Innere der Staumauer und von dort in den Sp\u00f6l im Schweizerischen Nationalpark (SNP). EKW-Mitarbeitende stellten dies bei einer Kontrolle fest und meldeten es umgehend dem Amt f\u00fcr Natur und Umwelt (ANU). Untersuchungen zeigten sp\u00e4ter, dass bereits in den Jahrzehnten zuvor PCB aus dem Anstrich in den Bach gelangt war.<br \/>\nIn der Folge zeigten Messungen des Amtes f\u00fcr Natur und Umwelt des Kantons Graub\u00fcnden (ANU), dass die Sedimente des Oberen Sp\u00f6ls \u00fcber eine Strecke von mehreren Kilometern mit hochgiftigen Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet sind. Das besonders stark mit PCB belastete, 60 Meter lange Tosbecken direkt unter der Staumauer wurde im Jahr 2017 erfolgreich saniert. Umstritten blieb jedoch, ob und wie der darunterliegende, 5,6 km lange Flusslauf des Oberen Sp\u00f6ls saniert werden soll und wer die Kosten daf\u00fcr tr\u00e4gt.<br \/>\nDas ANU erliess am 12. Februar 2021 eine Verf\u00fcgung und verpflichtete EKW zur Sanierung eines Teils der belasteten Strecke des Oberen Sp\u00f6ls. Gegen diese Sanierungsverf\u00fcgung erhoben SNP, EKW sowie Aqua Viva, Pro Natura und WWF aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden Beschwerde an das Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD). Bis zu einem rechtskr\u00e4ftigen Urteil h\u00e4tten Jahre vergehen k\u00f6nnen \u2013 und selbst dann w\u00e4re offen gewesen, wie saniert w\u00fcrde.<br \/>\nDer SNP, EKW sowie die drei oben genannten Umweltverb\u00e4nde suchten 2022 deshalb gemeinsam am Runden Tisch nach einem neuen, optimierten Sanierungskonzept. Um diese Projektausarbeitung durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen, ersuchten sie das EKUD, das Beschwerdeverfahren gegen die Sanierungsverf\u00fcgung des ANU zu sistieren. Nachdem die Parteien sich auf einen Vergleich geeinigt hatten, wurde diese als gemeinsamer Sanierungsvorschlag ins kantonale Verfahren eingebracht.<br \/>\nDer Kanton Graub\u00fcnden ging in weiten Teilen auf den Vorschlag der beschwerdef\u00fchrenden Parteien ein und genehmigte am 6. M\u00e4rz die Vereinbarung und am 29. August 2024 das vorgelegte Bauprojekt f\u00fcr die Sanierung mit diversen Auflagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":29,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","medianews_category":[103],"class_list":["post-22368","medianews_cpt","type-medianews_cpt","status-publish","hentry","medianews_category-103"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.8 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>PCB-Sanierung im Sp\u00f6l vorerst abgeschlossen - Parc Naziunal Svizzer<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/medianews\/pcb-sanierung-im-spoel-vorerst-abgeschlossen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"ro_RO\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"PCB-Sanierung im Sp\u00f6l vorerst abgeschlossen - Parc Naziunal Svizzer\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ende Oktober konnten die Arbeiten zur Sanierung der PCB-Belastung im Sp\u00f6l im Schweizerischen Nationalpark abgeschlossen werden. 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