{"id":22207,"date":"2023-05-22T10:02:26","date_gmt":"2023-05-22T08:02:26","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wp_nationalpark\/medianews\/medienmitteilungen-2018\/neue-forschungserkenntnisse-kleine-tiere-grosse-wirkung-wirbellose-halten-oekosysteme-am-laufen\/"},"modified":"2023-05-22T10:02:26","modified_gmt":"2023-05-22T08:02:26","slug":"neue-forschungserkenntnisse-kleine-tiere-grosse-wirkung-wirbellose-halten-oekosysteme-am-laufen-2","status":"publish","type":"medianews_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/medianews\/neue-forschungserkenntnisse-kleine-tiere-grosse-wirkung-wirbellose-halten-oekosysteme-am-laufen-2\/","title":{"rendered":"Neue Forschungserkenntnisse: Kleine Tiere, grosse Wirkung: Wirbellose halten \u00d6kosysteme am Laufen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong style=\"font-weight:700\">Ohne pflanzenfressende Tiere werden &Ouml;kosysteme instabil. Das zeigt eine in &laquo;Nature Communications&raquo; publizierte Studie der WSL.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Ob gross oder klein &ndash; pflanzenfressende Tiere wie Hirsche, Murmeltiere, M&auml;use, Schnecken oder Insekten spielen eine zentrale Rolle im &Ouml;kosystem Wiese. Insbesondere wenn die Wirbellosen fehlen, zerfallen Nahrungsnetze und N&auml;hrstoffkreisl&auml;ufe; das &Ouml;kosystem bricht zusammen. Dies zeigen die Resultate einer Studie der Eidg. Forschungsanstalt WSL im Schweizerischen Nationalpark.&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Bislang ist wenig bekannt, wie sich ein Verlust von verschieden grossen Tierarten &ndash; zum Beispiel vom Hirsch bis zur kleinen Blattlaus &ndash; auf die Vernetzungen und somit auch auf das Funktionieren eines &Ouml;kosystems auswirkt. Forschende der WSL und ihre Forschungspartner untersuchten in einem f&uuml;nfj&auml;hrigen Experiment erstmals unter realen Bedingungen, was bei einem selektiven Ausschluss von verschiedenen Pflanzenfressern im &Ouml;kosystem Wiese passiert. Vor allem der Verlust der wirbellosen Tiere k&ouml;nnte gravierende Folgen f&uuml;r diesen Lebensraum haben, legen die in der wissenschaftlichen Zeitschrift &laquo;Nature Communications&raquo; ver&ouml;ffentlichten Ergebnisse nahe.<\/p>\n<p>In Absprache mit der Parkverwaltung stellten die Forschenden von 2009 bis 2013 Z&auml;une im Schweizerischen Nationalpark auf. Die Z&auml;une schlossen die Pflanzenfresser der Gr&ouml;sse nach von den Wiesen aus: zuerst die grossen S&auml;ugetiere wie den Hirsch, dann die kleineren wie Murmeltier, Hase und Maus und zuletzt die wirbellosen Tiere wie Schnecken, Heuschrecken oder Blattl&auml;use. Das Setup des Experiments entspricht der Realit&auml;t: Sterben Tiere aus, verschwinden sie der Gr&ouml;sse nach; zuerst die Grossen, dann die Kleinen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wirbellose &uuml;bernehmen, wenn Wirbeltiere verschwinden<\/strong><\/p>\n<p>Fehlten die grossen S&auml;ugetiere, gab es mehr Interaktionen zwischen den verbleibenden Lebensgemeinschaften und ihrer unbelebten Umwelt, etwa der Bodenchemie, als wenn die S&auml;ugetiere anwesend waren. Konkret heisst dies zum Beispiel, dass vom Wegfallen der Huftiere schnellw&uuml;chsige Pflanzenarten profitierten, die Bodenn&auml;hrstoffe gut nutzen k&ouml;nnen (biotisch-abiotische Interaktion), auf Kosten von Pflanzen, die starke Be&auml;sung ertragen (biotisch-biotische Interaktionen). Mit grossen S&auml;ugern, in dieser Studie insbesondere mit Hirschen, funktioniert ein &Ouml;kosystem aber nicht schlechter als ohne; es funktioniert anders.<\/p>\n<p>Wurden hingegen alle Tiere ausgeschlossen, auch die oberirdisch lebenden Wirbellosen, nahmen die Interaktionen sowohl zwischen Lebensgemeinschaften (z.B. zwischen Pflanzen und Bakterien im Boden) wie auch zwischen Lebensgemeinschaften und der unbelebten Umwelt (z.B. zwischen Pflanzen und Bodenn&auml;hrstoffen) ab. Die ober- und unterirdische Vernetzung wurde schlechter. &laquo;Wir nahmen an, dass vor allem die grossen Tiere eine grosse Wirkung im System haben. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass auch die kleinen, wirbellosen Tiere sehr wichtig f&uuml;r das Funktionieren des Systems sind&raquo;, sagt Anita Risch, Erstautorin der Studie und Leiterin der WSL-Forschungsgruppe Pflanzen-Tier-Interaktionen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wirbellose m&uuml;ssen besser gesch&uuml;tzt werden<\/strong><\/p>\n<p>Je besser die Lebensgemeinschaften auf den untersuchten Wiesen interagierten und so mit ihrer Umwelt vernetzt waren, desto besser funktionierte das &Ouml;kosystem. Als Mass f&uuml;r dieses Funktionieren wurden im Nationalpark beispielsweise die N&auml;hrstoffverf&uuml;gbarkeit, die Bodenatmung und die Anzahl Pflanzenarten erhoben. War die Vernetzung hingegen schlecht, funktionierte auch das &Ouml;kosystem schlecht. Es wird instabil und kann weniger gut auf sich &auml;ndernde Umweltbedingungen reagieren.<\/p>\n<p>Die Resultate des Experiments zeigen, wie wichtig die Lebensgemeinschaft der wirbellosen Tiere f&uuml;r das Funktionieren von &Ouml;kosystemen ist, insbesondere, wenn gr&ouml;ssere S&auml;ugetiere fehlen. Doch die Anzahl Arten und Individuen der Wirbellosen scheinen in der Schweiz wie auch in Mitteleuropa in j&uuml;ngster Zeit abzunehmen, nicht nur in intensiv bewirtschaftetem Ackerland. &laquo;Uns beunruhigt, dass die Wirbellosen vermehrt auch in Schutzgebieten zu fehlen scheinen&raquo;, sagt Martin Sch&uuml;tz, Mitautor der Studie. Die beiden Forschenden warnen vor einem Verlust an Wirbellosen: &laquo;Wir m&uuml;ssen unsere Anstrengungen erh&ouml;hen, wirbellose Tiere zu sch&uuml;tzen, denn sie sind von immenser Bedeutung f&uuml;r die Vernetzung und Funktionalit&auml;t unserer &Ouml;kosysteme&raquo;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bildlegenden<\/strong>:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"225\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/SNP-Fence-Anita-Risch_k.jpg\" width=\"300\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ausz&auml;unungsexperiment im Schweizerischen Nationalpark. Der &auml;ussere Zaun hielt Hirsche von der Fl&auml;che fern, innerhalb des grossen Zauns schlossen weitere Z&auml;une mit unterschiedlicher Maschenweite kleinere S&auml;ugetiere und wirbellose Tiere aus. Bild: Anita Risch, WSL<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width:307px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"199\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Podisma20pedestris20Thomas20Reich_k.jpg\" width=\"300\" \/><\/p>\n<\/td>\n<td style=\"width:307px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" height=\"225\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2023\/02\/Malacosoma20alpicola20Thomas20Reich_k.jpg\" width=\"300\" \/><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Gew&ouml;hnliche Gebirgsschrecke (<em>Podisma pedestris<\/em>) (links) und die Raupen des Alpen-Ringelspinners (<em>Malacosoma alpicola<\/em>) sind Beispiele f&uuml;r zwei wirbellose Pflanzenfresser, die im Schweizerischen Nationalpark vorkommen. Bilder: Thomas Reich, WSL<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Publikation in &laquo;Nature Communications&raquo;:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-06105-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.nature.com\/articles\/s41467-018-06105-4<\/a><\/p>\n<p><strong>Size-dependent loss of aboveground animals differentially affects grassland ecosystem&nbsp;coupling and functions<\/strong><\/p>\n<p>Risch AC, Ochoa-Hueso R, van der Putten WH, Bump JK, Busse MD, Frey B,&nbsp;Gwiazdowicz DJ, Page-Dumroese DS, Vandegehuchte ML, Zimmermann S, Sch&uuml;tz M<\/p>\n<p>equally contributing authors<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","medianews_category":[],"class_list":["post-22207","medianews_cpt","type-medianews_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Neue Forschungserkenntnisse: Kleine Tiere, grosse Wirkung: Wirbellose halten \u00d6kosysteme am Laufen - Parc Naziunal Svizzer<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/medianews\/neue-forschungserkenntnisse-kleine-tiere-grosse-wirkung-wirbellose-halten-oekosysteme-am-laufen-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"ro_RO\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Neue Forschungserkenntnisse: Kleine Tiere, grosse Wirkung: Wirbellose halten \u00d6kosysteme am Laufen - Parc Naziunal Svizzer\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ohne pflanzenfressende Tiere werden &Ouml;kosysteme instabil. 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