{"id":21680,"date":"2025-07-29T15:46:17","date_gmt":"2025-07-29T13:46:17","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=24571"},"modified":"2025-08-13T00:10:00","modified_gmt":"2025-08-12T22:10:00","slug":"forschertage-macun-2025","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/forschung\/forschertage-macun-2025\/","title":{"rendered":"Forschertage Macun 2025"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Beitrag von Stefanie Gubler (<a href=\"https:\/\/fok-snp.scnat.ch\/de\/portrait\/office\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCNAT<\/a>) und Simon Aeschbacher (Schweizerischer Nationalpark SNP)<br \/>\n<\/em><em>29. Juli 2025<\/em><\/p>\n<p><strong>Auch 2025 trafen sich Forschende auf dem Hochplateau von Macun zu den j\u00e4hrlichen Forschertagen. Inmitten eindr\u00fccklicher Natur untersuchten sie die alpinen Gew\u00e4sser, Fische, Schmetterlinge und mehr. Die geselligen Tage f\u00f6rdern seit 25 Jahren nicht nur neue Erkenntnisse, sondern auch den Austausch und den Beginn gemeinsamer Projekte.<\/strong><\/p>\n<p><em>Titelbild: Die Teams von <a href=\"https:\/\/www.supsi.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SUPSI<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.hesge.ch\/hepia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEPIA<\/a> untersuchen die Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser auf Macun \u2013 von Kieselalgen und Makroinvertebraten bis hin zu Wasserchemie und -physik. (Foto: Stefanie Gubler)<\/em><\/p>\n<p>Traditionellerweise werden jegliche wissenschaftliche Untersuchungen auf Macun ausschliesslich an ausgew\u00e4hlten Tagen im Jahr durchgef\u00fchrt. Dabei treffen sich alle Forschenden, die auf Macun wissenschaftliche Fragestellungen bearbeiten, w\u00e4hrend drei bis f\u00fcnf Tagen in der Milit\u00e4rh\u00fctte bei Weiher M6, ausserhalb des Schweizerischen Nationalparks (Abb. 1). 2025 war ein gesch\u00e4ftiges Jahr \u2013 \u00fcber 20 Personen waren auf der Seenplatte unterwegs, um verschiedenste Forschungsfragen zu bearbeiten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_UebersichtMacun.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24586\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_UebersichtMacun-300x300.jpg\" alt=\"Uebersichtskarte Seenplatte Macun\" width=\"500\" height=\"500\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Abb.1:<\/strong> <span data-syno-text=\"true\">\u00dcbersicht\u00a0\u00fcber\u00a0die\u00a0Seenplatte\u00a0<\/span><span data-syno-text=\"true\">Macun<\/span><span data-syno-text=\"true\"> (\u00a9 SNP, swisstopo)<\/span><\/em><\/p>\n<h5><strong>Kleinste Lebewesen in den Gew\u00e4ssern und unterschiedliche Temperaturen<\/strong><\/h5>\n<p>Seit 25 Jahren werden auf Macun die Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser untersucht \u2013 sei es hinsichtlich der Kleinstlebewesen wie Kieselalgen oder Makroinvertebraten oder in Bezug auf die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Wassers. Auch dieses Jahr untersuchte eine Gruppe unter der Leitung von Andreas Bruder (Scuola universitaria professionale della Svizzera italiana <a href=\"https:\/\/www.supsi.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SUPSI<\/a>) \u2013 Nachfolger von Chris Robinson (Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs <a href=\"https:\/\/www.eawag.ch\/de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eawag<\/a>) \u2013 die vielf\u00e4ltigen Lebensgemeinschaften in den B\u00e4chen. Das Team der <a href=\"https:\/\/www.hesge.ch\/hepia\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">HEPIA<\/a> (Haute \u00e9cole du paysage, d\u2019ing\u00e9nierie et d\u2019architecture de Gen\u00e8ve) unter der Leitung von Eliane Demierre beprobte w\u00e4hrenddessen alle Weiher von Macun (Titelbild).<\/p>\n<p>Ein zentraler Einflussfaktor auf die Gew\u00e4sser ist das Schmelzwasser der zahlreichen <a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/forschung\/blockgletscher-im-nationalpark\/\">Blockgletscher<\/a>. So zeigen sich deutliche Temperaturunterschiede zwischen Weihern mit und ohne Einfluss der Blockgletscher: W\u00e4hrend der Weiher M23, mitten in den Blockgletschern gelegen (Abb. 1), am zweiten Tag der Forscherwoche eine Temperatur von 3\u202f\u00b0C aufwies, erreichten Weiher mit geringerem Einfluss von Blockgletschern am selben Tag \u00fcber 13\u202f\u00b0C. Auch der Bach Zeznina oberhalb des Blockgletschers B1 \u2013 direkt am Ausfluss des Lai d\u2019Immez \u2013 war \u00fcber 3 \u00b0C w\u00e4rmer als unterhalb des Blockgletschers.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_MacunSeen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-24585\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_MacunSeen.jpg\" alt=\"Forschende in einem Boot im Lai Grond auf Macun\" width=\"2000\" height=\"1000\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Abb.2:<\/strong> Untersuchung der Bachforellen und Amerikanischen Seesaiblinge im Lai Grond:<br \/>\nDie Forschenden der Hydra AG kontrollieren Fangnetze, um die Fische zu vermessen und dabei Erkenntnisse \u00fcber ihre Nahrung, ihr Alter, ihre Gr\u00f6sse und ihre Fortpflanzung zu gewinnen. (Foto: Stefanie Gubler)<\/em><\/p>\n<h5><strong>Fische und Fr\u00f6sche: Leben in n\u00e4hrstoffarmer H\u00f6he <\/strong><\/h5>\n<p>Bis ins Jahr 1993 wurden in die Macun-Seen regelm\u00e4ssig Fische wie Bachforellen und Amerikanische Seesaiblinge eingesetzt. Die Gruppe der Hydra AG untersuchte dieses Jahr im Lai Grond, wovon sich diese Fische in der n\u00e4hrstoffarmen Umgebung ern\u00e4hren und wie sich ihre Population entwickelt (Abb. 2). Auch 30 Jahre nach dem letzten Besatz sind Fische in den Seen vorhanden. Deren Nahrung besteht aus einem breiten Spektrum wasserlebender Wirbelloser und zugeflogener Insekten. So wurden 2015 in Fischm\u00e4gen unter anderem Wassermilben, Wasser- und Landk\u00e4fer, Zuckm\u00fcckenlarven, W\u00fcrmer und Hautfl\u00fcgler gefunden. Dennoch sind die Fische der Macun-Seen oft schlecht gen\u00e4hrt und auffallend schlank.<\/p>\n<p>Auch nach Amphibien, konkret nach Grasfr\u00f6schen, hat Sam Cruickshank (SNP) 2025 intensiv gesucht \u2013 jedoch gr\u00f6sstenteils erfolglos. Obwohl Grasfr\u00f6sche bis auf 2500\u202fm \u00fc.\u202fM. vorkommen, vermuten die Forschenden, dass sie auf Macun kaum \u00fcberleben k\u00f6nnen, da ihre Laichstadien und Kaulquappen wahrscheinlich von den hungrigen Fischen gefressen werden.<\/p>\n<h5><strong>Die Seetiefe durch Drohnen erfassen<\/strong><\/h5>\n<p>Die Tiefen der Macun-Seen sind bislang weitgehend unbekannt. Der SNP hat deshalb 2025 unter der Leitung von Samuel Wiesmann versucht, diese mithilfe von Drohnenaufnahmen zu erfassen. Da Spiegelungen auf der Wasseroberfl\u00e4che die Sicht auf den Seegrund behindern, ist dies nur bei bedecktem Himmel m\u00f6glich \u2013 und w\u00e4hrend sich andere Forschende \u00fcber Sonnenschein freuten, hoffte Samuel Wiesmann auf Wolken. Ob die Seetiefen aus den Drohnenbildern tats\u00e4chlich zuverl\u00e4ssig ermittelt werden k\u00f6nnen, ist derzeit noch unklar. Sollte sich die Methode als ungen\u00fcgend erweisen, ist geplant, die Seen k\u00fcnftig mit Echoloten zu vermessen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_Macun_ArctiaFlavia.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-24583\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_Macun_ArctiaFlavia.jpg\" alt=\"Nachtfalter Engadiner Baer\" width=\"2000\" height=\"1000\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Abb.3:<\/strong> Engadiner B\u00e4r (Arctia flavia), ein hochalpiner Nachtfalter, der lokal in den Hochlagen der Zentralalpen und geh\u00e4uft im Engadin und den angrenzenden Gebirgsz\u00fcgen gefunden wird. (Foto: Korbinian Schrauth)<\/em><\/p>\n<h5><strong>Ein kleiner B\u00e4r auf Macun<\/strong><\/h5>\n<p>Auf Sonne hingegen war Korbinian Schrauth angewiesen: Er erhebt im Rahmen seiner Bachelor-Arbeit an der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg die Tagfalter-Gemeinschaften auf Macun. Diese sind stark von den extremen Bedingungen des Hochplateaus gepr\u00e4gt \u2013 von 54 Tagfalterarten aus dem Tal hat Korbinian nur 20 auch auf Macun gefunden. Neben mobilen Gelegenheitsg\u00e4sten wie dem Distelfalter leben auf dieser H\u00f6he spezialisierte Hochgebirgsarten wie der Alpenweissling. Auch die Nachtfalter untersucht Korbinian: Mit Abstand das sch\u00f6nste Beispiel der hochalpinen Nachtfalterfauna auf Macun ist der Engadiner B\u00e4r (Abb. 3).<br \/>\nSeit 2024 werden zudem auch die Insekten auf Macun erhoben \u2013 im Rahmen der Forschungsinitiative <a href=\"https:\/\/www.wsl.ch\/de\/projekte\/insect-veraenderung-der-insektenfauna-in-der-schweiz\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">INSECT<\/a> zur Ver\u00e4nderung der Insektenfauna in der Schweiz werden bodenlebende und fliegende Insekten gefangen und bestimmt (Abb. 4).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_Macun_Insektenfallen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24584\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/SNP_SGubler_Macun_Insektenfallen.jpg\" alt=\"Forscher an einer Insektenfalle auf Macun\" width=\"500\" height=\"500\" \/><\/a><\/p>\n<p><em><strong>Abb.4:<\/strong> Seit 2024 werden auf Macun mithilfe von Insektenfallen Insekten systematisch erfasst. Auf dem Foto ist der Zivildienstleistende Alexander Prinz beim Leeren einer Falle f\u00fcr bodenlebende Insekten zu sehen. (Foto: Stefanie Gubler)<\/em><\/p>\n<h5><strong>Gesellige Tage auf Macun<\/strong><\/h5>\n<p>2025 wurde intensiv geforscht \u2013 aber auch gemeinsam gegessen, diskutiert und gelacht. Die Forschertage auf Macun sind ein geselliger Anlass, an dem Forschungsergebnisse hinterfragt, neue Ideen geboren und Projekte angestossen werden. Und das mittlerweile seit 25 Jahren \u2013 seit Macun in den Schweizerischen Nationalpark integriert wurde.<\/p>\n<p>Wer sich f\u00fcr die einzelnen Ergebnisse aus der Wissenschaft interessiert, ist herzlich eingeladen zur Vernissage des Buches \u00abAlpine \u00d6kosysteme im Schweizerischen Nationalpark \u2013 die Seenplatte Macun\u00bb am 1. Oktober 2025 um 19:30 Uhr im Schulhaus von Lavin. Weitere Infos zu diesem Anlass finden Sie <a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/besuchen\/anlaesse\/drachen-grosse-maechte-winzlinge-macun-buchvernissage\/\">hier<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[48,72],"class_list":["post-21680","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry","forschung_category-alle","forschung_category-gewaesser"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Forschertage Macun 2025 - Parc Naziunal Svizzer<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/rm\/forschung\/forschertage-macun-2025\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"ro_RO\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Forschertage Macun 2025 - Parc Naziunal Svizzer\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Beitrag von Stefanie Gubler (SCNAT) und Simon Aeschbacher (Schweizerischer Nationalpark SNP) 29. 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