{"id":22336,"date":"2009-07-16T10:05:11","date_gmt":"2009-07-16T08:05:11","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wp_nationalpark\/medianews\/medienmitteilungen-20101\/16-juli-2009-situation-des-wolfs-in-der-schweiz-und-in-den-alpen\/"},"modified":"2025-10-22T00:11:16","modified_gmt":"2025-10-21T22:11:16","slug":"16-juli-2009-situation-des-wolfs-in-der-schweiz-und-in-den-alpen","status":"publish","type":"medianews_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/medianews\/16-juli-2009-situation-des-wolfs-in-der-schweiz-und-in-den-alpen\/","title":{"rendered":"Situation des Wolfs in der Schweiz und in den Alpen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Medienmitteilung vom 16. Juli 2009<\/strong><\/p>\n<p>Am Mittwochabend hat Jean-Marc Weber, Leiter des Wolfprojekts Schweiz, \u00fcber den Stand der Wiedereinwanderung des Wolfs in die Alpen und die Schweiz berichtet. Heute leben in der Schweiz etwa 5 bis 8 W\u00f6lfe, in den Westalpen rund 200. Seit 1992 hat die Zahl der W\u00f6lfe in der Schweiz konstant zugenommen, es sind aber auch diverse legale und illegale Absch\u00fcsse zu verzeichnen.<\/p>\n<p><strong>Tendenz steigend<\/strong><br \/>\nSeit der Wolf in Italien 1972 unter Schutz gestellt wurde, hat die von den Abbruzzen ausgehende Restpopulation stark zugenommen und sich \u00fcber den Apennin Richtung Alpen ausgebreitet. Heute leben in den Westalpen rund 200 W\u00f6lfe, die meisten davon in Frankreich. Es handelt sich um eine nat\u00fcrliche Wiederbesiedlung. Ein Wolf kann problemlos 40 bis 50 Kilometer pro Tag zur\u00fccklegen. Bei einem Weibchen in Schweden waren es 1200 Kilometer in einem Jahr. Unterst\u00fctzt wird die Ausbreitung gem\u00e4ss Weber durch die Verbesserung der Lebensr\u00e4ume, vor allem die Zunahme der Waldfl\u00e4che und der Beutetierbest\u00e4nde. Speziell im Apennin hat auch die Landflucht des Menschen die Ausbreitung des Wolfs beg\u00fcnstigt.<\/p>\n<p><strong>W\u00f6lfe in der Schweiz<\/strong><br \/>\nSeit 1995 sind immer wieder W\u00f6lfe in der Schweiz aufgetaucht. Es waren meist m\u00e4nnliche Kundschafter, die mehr oder weniger sporadisch auftraten. Einige dieser Tiere wurden gem\u00e4ss Konzept Wolf Schweiz legal erlegt, weil sie mehr als 35 Nutztiere innerhalb von 4 Monaten rissen. So auch der Bergeller Wolf 2001 bei Maloja. Andere Tiere wurden illegal get\u00f6tet. Weibchen besiedeln einen Lebensraum erst nach den R\u00fcden. Momentan sind in der Schweiz kaum Weibchen vorhanden. Seit 2002 lebt mindestens ein Wolf im B\u00fcndner Oberland. Zeitweise konnten dort sogar 3 Individuen genetisch nachgewiesen werden. Der Surselva-Wolf erlegte pro Jahr 5 bis 10 Nutztiere, 2007 jedoch keine. Zu Rudelbildungen ist es bisher nicht gekommen.<\/p>\n<p><strong>Wolfmonitoring Schweiz<\/strong><br \/>\nDie KORA (Koordinierte Forschungsprojekte zur Erhaltung und zum Management der Raubtiere in der Schweiz) hat unter anderem den Auftrag des Bundesamts f\u00fcr Umwelt, wissenschaftliche Grundlagen f\u00fcr das Management der W\u00f6lfe in der Schweiz zu schaffen. Diesen Auftrag erf\u00fcllen die Wissenschafter der KORA durch die Dokumentation der Wolfsbest\u00e4nde in der Schweiz und deren Entwicklung. Dies geschieht durch genetische Analysen von Kot, Haaren oder Gewebe, Totfunde, Fotofallen-Belege und Rissen an Nutz- und Wildtieren.<\/p>\n<p><strong>Ein Viertel Nutztiere<\/strong><br \/>\nGem\u00e4ss einer neuen Studie (Kotanalyse) setzt sich die Beute des Wolfs zusammen aus: Rothirsch 32%, G\u00e4mse 4.9%, Reh 21%, Steinbock 3.7 und Wildschwein 2.5%. Bei den Hirschen werden zu drei Vierteln K\u00e4lber gerissen. Der Anteil der Nutztiere betr\u00e4gt ein Viertel: Ziege 12%, Schaf 12%, Rinder 2.5%. Im Sommer werden am meisten Haustiere gerissen, in der \u00fcbrigen Zeit sind Wildtiere viel wichtiger.<br \/>\nIn der Schweiz werden j\u00e4hrlich 50 bis 100 Nutztiere von W\u00f6lfen gerissen. Der Bund entsch\u00e4digt dabei 80%, der Kanton 20%. Wolfsrisse werden demnach vollst\u00e4ndig verg\u00fctet. Von 1998 bis 2006 wurden insgesamt 360&#8217;000 Franken ausgezahlt. F\u00fcr Schutzmassnahmen von Nutztieren waren es von 1999 bis 2006 rund 6 Mio Franken. Durch gezielte Schutzmassnahmen kann die Zahl der Risse stark reduziert werden. Schutzmassnahmen sind jedoch teuer und es stellt sich die Frage der Finanzierung.<\/p>\n<p><strong>Die Zukunft des Wolfs in der Schweiz<\/strong><br \/>\nIn den kommenden Jahren ist mit einer weiteren Zuwanderung von W\u00f6lfen in die Schweiz zu rechnen. Abh\u00e4ngig ist die Zahl der Einwanderer insbesondere von der Schutzpolitik in Italien und Frankreich. Dass es h\u00e4ufig nicht gelingt, die zum Abschuss frei gegebenen W\u00f6lfe zu erlegen, belegt die hohe Anpassungsf\u00e4higkeit und Vitalit\u00e4t dieses intelligenten Beutgreifers, der gelegentlich auch Managementpl\u00e4nen eine Schnippchen schl\u00e4gt. Doch eins steht fest: Der Wolf findet in der Schweiz einen reich gedeckten Tisch: In den letzten Jahrhunderten war die Zahl der Rothirsche noch kaum je so hoch wie heute. Vielleicht ist das seine Chance. Der zentrale Faktor ist jedoch die Bereitschaft der lokalen Bev\u00f6lkerung, sich mit der Anwesenheit des Wolfs zu arrangieren. Eine Gefahr f\u00fcr den Menschen stellt der Wolf erwiesenermassen nicht dar.<\/p>\n<p>Hans Lozza, Schweizerischer Nationalpark<\/p>\n<p><strong>Kurzportrait Wolf<\/strong><br \/>\nK\u00f6rper: Gr\u00f6sste Art der Familie der Hundeartigen. Gewicht 15 bis 80 kg, R\u00fcde gr\u00f6sser als Weibchen<br \/>\nMehrere Unterarten: W\u00fcste, Sibirien, Arktis<br \/>\nUnterscheidung Wolf\/Hund: Wolfsr\u00fccken ist gerade, starker Hals, kurze Ohren, k\u00fcrzerer, gerader Schwanz<br \/>\nLebensraum: W\u00f6lfe sind sehr anpassungsf\u00e4hig. Von dichten W\u00e4ldern in Osteruropa \u00fcber W\u00fcstengebiete bis in die Arktis. Fr\u00fcher auf der ganzen Nordhemisph\u00e4re verbreitet. Heute leben in Italien 500 bis 1000 W\u00f6lfe, im Balkan 3000 und in Rum\u00e4nien 4000 Tiere. Ein Territorium umfasst 120 bis 300 km2<br \/>\nRudel: Ausgepr\u00e4gte soziale Organisation in Rudeln. Besteht aus Vater, Mutter und Jungen. Gr\u00f6sste Rudel des italienischen Wolfs werden aus 6 bis 7 Tieren gebildet. In Sibirien und Alaska bis zu 40 Tiere. Je gr\u00f6sser das Rudel, umso gr\u00f6ssere Beutetiere werden gerissen. Hauptvorteil der Rudelbildung ist die Aufgabenteilung. Jagd, Pflege und Bewachung der Jungen. Wichtig im Rudel ist die Kommunikation.<br \/>\nFortpflanzung: L\u00e4ufigkeit Januar-M\u00e4rz. In einem Rudel pflanzen sich nur die beiden Alpha-Tiere fort. Anzahl Junge 4-7, Tragzeit 2 Monate. Die Jungen werden in H\u00f6hlen aufgezogen und bleiben nach der Geburt 2 Monate dort.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","medianews_category":[30],"class_list":["post-22336","medianews_cpt","type-medianews_cpt","status-publish","hentry","medianews_category-30"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Situation des Wolfs in der Schweiz und in den Alpen - Parco Nazionale Svizzero<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/medianews\/16-juli-2009-situation-des-wolfs-in-der-schweiz-und-in-den-alpen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"it_IT\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Situation des Wolfs in der Schweiz und in den Alpen - Parco Nazionale Svizzero\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Medienmitteilung vom 16. 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