{"id":23513,"date":"2026-10-08T18:07:55","date_gmt":"2026-10-08T16:07:55","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=28474"},"modified":"2026-10-08T18:07:55","modified_gmt":"2026-10-08T16:07:55","slug":"quellen-ein-sensibler-faszinierender-und-wertvoller-lebensraum","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/quellen-ein-sensibler-faszinierender-und-wertvoller-lebensraum\/","title":{"rendered":"Quellen \u2013 ein sensibler, faszinierender und wertvoller Lebensraum"},"content":{"rendered":"<p><em>Beitrag von Stefanie von Fumetti, Universit\u00e4t Basel; Angelika Abderhalden, UBEVM, erschienen im Magazin Allegra Nr. 6, So 2026<\/em><\/p>\n<p><strong>Scuol ist vor allem ber\u00fchmt f\u00fcr seine vielen Mineralquellen. Daneben gibt es einige Quellen, die zwar weniger bekannt, deshalb jedoch nicht weniger wichtig sind. Ein Spaziergang durch die Val S-charl gibt einen kleinen Einblick in diese Vielfalt.<\/strong><\/p>\n<p>Quellen geh\u00f6ren zu den wertvollsten und sensibelsten Lebensr\u00e4umen. Sie beherbergen eine spezielle Tier- und Pflanzenwelt. Das Besondere an ihnen ist, dass sie uns Menschen mit sauberem Wasser versorgen und einen bedeutenden Beitrag zur Vielfalt der Lebensr\u00e4ume leisten. Oft sind sie nicht sehr auff\u00e4llig und manchmal l\u00e4uft man einfach an Quellen vorbei, ohne sie wahrzunehmen. Daher ben\u00f6tigen sie Aufmerksamkeit, um sie zu sch\u00fctzen und zu bewahren. Dies wird in verschiedenen Projekten in der Region unter Begleitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern umgesetzt.<\/p>\n<h5><strong>Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Quell-Lebensr\u00e4umen<\/strong><\/h5>\n<p>Quellen sind sehr stabile Lebensr\u00e4ume mit konstanten Wassertemperaturen, die sehr langsam auf Umweltver\u00e4nderungen reagieren. Doch auch vor Quellen wird der Klimawandel keinen Halt machen. Wenn sie sich erw\u00e4rmen oder versiegen, ist dies ein Alarmzeichen f\u00fcr s\u00e4mtliche Gew\u00e4sser in einer Region. Deshalb wird seit rund sechs Jahren in der UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair erforscht, ob sich die Quellen und deren \u00d6kosysteme im Laufe der Jahre ver\u00e4ndern. Aktuell sind die untersuchten Quellen so stabil, wie bisher. So hat beispielsweise eine Quelle im Gebiet Ravitschana in der Val S-charl\u00a0 ganzj\u00e4hrig eine Wassertemperatur um 4.5 \u00b0C. Allerdings deutet einiges darauf hin, dass die Grundwasserspeicher leerlaufen und die Quellen in diesem Jahr mit weniger Wasserf\u00fchrung auf den fehlenden Regen reagieren (siehe Grafik).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/VF2-Schuettung-scaled.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-28480 size-large\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/VF2-Schuettung-1024x585.png\" alt=\"Grafik Wasserf\u00fchrung einer Quelle in der Val Ftur\" width=\"1024\" height=\"585\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Wasserf\u00fchrung einer Quelle in der Val Ftur in Schweizerischen Nationalpark<\/em><\/p>\n<p>Dies wird sich mittelfristig auch auf die Besiedelung der Quellen auswirken, da viele der an diesen Lebensraum angepassten Tiere und Pflanzen sowohl konstante Wassertemperaturen als auch eine stetige Wasserf\u00fchrung ben\u00f6tigen.<br \/>\nDoch nicht nur der Klimawandel kann f\u00fcr die Quellen zum Problem werden. In der ganzen Schweiz sind Quellen auf einer H\u00f6he um 1500 m \u00fc.M. der Weidewirtschaft ausgesetzt. Quellwasser ist f\u00fcr K\u00fche auf der Weide der wichtigste Trinkwasserspender. Gleichzeitig verursachen zu viele K\u00fche im Bereich einer Quelle immer auch eine erhebliche mechanische Belastung durch den Viehtritt. Zus\u00e4tzlich sorgen die Weidetiere f\u00fcr eine erh\u00f6hte N\u00e4hrstoffzufuhr (siehe Foto).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Viehtritt_Algen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-28475 size-large\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Viehtritt_Algen-1024x576.jpg\" alt=\"Viehtritt bei Quelle\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Viehtritt und N\u00e4hrstoffe belasten den Quell-Lebensraum. (Foto: Stefanie von Fumetti)<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/GridViehritt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-large wp-image-28483\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/GridViehritt-1024x576.jpg\" alt=\"Ausgelegtes Gitter \u00fcber Viehtritt\" width=\"1024\" height=\"576\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Mit einem ausgelegten Gitter wurde der Viehtritt von Louise Imboden quantifiziert. (Foto: Stefanie von Fumetti)<\/em><\/p>\n<p>Um dem Ausmass der Belastung f\u00fcr den Quell-Lebensraum genauer auf den Grund zu gehen, hat sich Louise Imboden in ihrer Masterarbeit mit der Frage besch\u00e4ftigt, wie intensiv Viehtritt sein darf, ohne dass er den Quell-Lebensraum stark beeintr\u00e4chtigt. Es zeigte sich, dass wenige K\u00fche und damit vereinzelter Viehtritt f\u00fcr die Quelle und ihre Bewohner weitgehend unproblematisch sind.<\/p>\n<h5><strong>Aufzeigen der Sch\u00f6nheit und der Bedeutung von Quellen <\/strong><\/h5>\n<p>Neben den wissenschaftlichen Untersuchungen ist es auch wichtig auf die Bedeutung von Quellen und ihre Besonderheiten hinzuweisen. So hat Eliane Hofstetter im Rahmen ihrer Masterarbeit zum ersten Mal die Quellen in Samnaun f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit wahrnehmbar gemacht. Basierend auf ihrer Arbeit wurden in der Gemeinde interaktive Quellen-Trails entwickelt, auf denen im Sinne der Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung spielerisch Wissen um Quellen vermittelt wird. Aufbauend auf dieser Arbeit entstand die Idee, weitere m\u00f6gliche Methoden zu entwickeln, um die Sch\u00f6nheit und den Wert der Quellen der Bev\u00f6lkerung zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n<p>Im Sommer 2026 hat Celina Speissegger mit ihrer Masterarbeit \u00fcber Quellen in der UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair begonnen. Sie wird einen interaktiven Lehrpfad zu Quellen entwickeln, der durch die Val S-charl f\u00fchrt und S-charl mit L\u00fc in der Val M\u00fcstair verbindet. Um mehr \u00fcber die lokal verschiedenen Quell-Typen, die Tiere und Pflanzen in den Quellen und deren kulturhistorische Bedeutung zu erfahren, beging Celina im Sommer ein paar Mal den Weg von S-charl nach L\u00fc. Dabei entdeckte sie immer wieder Neues. Der Pfad soll im Sommer 2027 fertiggestellt und erlebbar sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Tamangur_Kuh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-28484 size-large\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/Tamangur_Kuh-768x1024.jpg\" alt=\"Quellforscherin mit Kuh\" width=\"768\" height=\"1024\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Quellforschung in der Val S-charl, Auge in Auge mit K\u00fchen. (Foto: Nicola Steiner)<\/em><\/p>\n<h5>Infobox<\/h5>\n<h4 class=\"Textrt\"><span lang=\"DE\">Da Quellen f\u00fcr die Biodiversit\u00e4t und f\u00fcr den Menschen im Rahmen der Trinkwasserversorgung sehr wertvolle und wichtige Lebensr\u00e4ume sind, werden m\u00f6glichst alle Quellen in der Region kartiert. Dabei werden sowohl Informationen zu ihrem \u00f6kologischen Zustand als auch Angaben zur Quellsch\u00fcttung (Wassermenge) aber auch zu m\u00f6glichen Gef\u00e4hrdungen oder Aufwertungen des Lebensraums erfasst. Das Amt f\u00fcr Natur und Umwelt des Kantons Graub\u00fcnden unterst\u00fctzt diese Untersuchungen sowie weitere Folgearbeiten. Dazu geh\u00f6ren z.B. auch die beiden in Samnaun entwickelten N-Trails oder die verschiedenen N-Trail Posten in Scuol.<\/span><\/h4>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[72],"class_list":["post-23513","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry","forschung_category-gewaesser"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.6 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Quellen \u2013 ein sensibler, faszinierender und wertvoller Lebensraum - Parco Nazionale Svizzero<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/quellen-ein-sensibler-faszinierender-und-wertvoller-lebensraum\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"it_IT\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Quellen \u2013 ein sensibler, faszinierender und wertvoller Lebensraum - Parco Nazionale Svizzero\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Beitrag von Stefanie von Fumetti, Universit\u00e4t Basel; Angelika Abderhalden, UBEVM, erschienen im Magazin Allegra Nr. 6, So 2026 Scuol ist vor allem ber\u00fchmt f\u00fcr seine vielen Mineralquellen. 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