{"id":22812,"date":"2025-10-16T09:20:27","date_gmt":"2025-10-16T07:20:27","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=25145"},"modified":"2025-10-16T09:20:27","modified_gmt":"2025-10-16T07:20:27","slug":"vegetation-im-wandel","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/vegetation-im-wandel\/","title":{"rendered":"Vegetation im Wandel"},"content":{"rendered":"<p>Ein Beitrag von Raphael von B\u00fcren (Schweizerischer Nationalpark\/Universit\u00e4t Basel) und Helene Hinze (Universit\u00e4t Greifswald)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seit 111 Jahren ist der Schweizerische Nationalpark sich selbst \u00fcberlassen. Wo einst Alpwirtschaft, Jagd und Holznutzung dominierten, pr\u00e4gen mittlerweile Wildtiere wie Rothirsche und nat\u00fcrliche Prozesse die Landschaft. Wie wirken sich die Nutzungsver\u00e4nderungen und der Schutz auf die Vegetation aus? Das untersucht nun ein Forschungsprojekt mit \u00fcber 600 Vegetationsfl\u00e4chen innerhalb und ausserhalb des Schweizerischen Nationalparks.<\/strong><\/p>\n<p>Berglandschaften, wie wir sie heute kennen, weisen deutliche Spuren menschlicher Nutzung auf. Besonders die Beweidung durch Nutztiere wie Rinder und Schafe hat das Landschaftsbild in den Alpen \u00fcber Jahrhunderte gepr\u00e4gt. So entstanden vielerorts weitl\u00e4ufige Graslandschaften mit einer hohen Artenvielfalt und vielen Pflanzen, die daran angepasst sind, gefressen zu werden. Nicht nur die Beweidung durch Nutztiere kann solche Effekte haben. \u00c4hnliche Effekte k\u00f6nnen auch von wildlebenden Herbivoren, also pflanzenfressenden Tieren, ausgehen. Beispielsweise k\u00f6nnen Rothirsche die Vegetationszusammensetzung in W\u00e4ldern und im Offenland beeinflussen. Was geschieht also, wenn die menschliche Landnutzung wegf\u00e4llt und stattdessen Wildtiere zur\u00fcckkehren? Oder anders gefragt: Wie unterscheidet sich ein Gebiet, das seit \u00fcber 100 Jahren sich selbst \u00fcberlassen ist, von der umliegenden Landschaft, die weiterhin genutzt wird?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25152\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/2025-08-06_Foto-Hans-Lozza-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"333\" \/><\/p>\n<p><em>Raphael von B\u00fcren bei der Vegetationsaufnahme auf einer 1m<sup>2<\/sup>-Untersuchungsfl\u00e4che innerhalb des Schweizerischen Nationalparks in der Val Ming\u00e8r (\u00a9 SNP\/Hans Lozza)<\/em><\/p>\n<p><strong>Die Auswahl der Fl\u00e4chen-Paare <\/strong><\/p>\n<p>Um den Einfluss von wilden im Vergleich zu domestizierten Herbivoren auf die Vegetation zu untersuchen, erfassen wir Vegetationsdaten auf \u00fcber 300 Fl\u00e4chen-Paaren, also je einer Untersuchungsfl\u00e4che innerhalb und ausserhalb des Schweizerischen Nationalparks (SNP). Dabei ist entscheidend, dass sich die zwei Fl\u00e4chen eines Paares in ihren Umweltbedingungen m\u00f6glichst \u00e4hneln. Nur so lassen sich Unterschiede in der Vegetation tats\u00e4chlich auf die unterschiedliche Beweidung, beziehungsweise auf den Einfluss von Totalschutz <em>versus<\/em> Landnutzung, zur\u00fcckf\u00fchren. Bei den Umweltbedingungen haben wir die H\u00f6he, Hangneigung, Exposition, Geologie, das Waldvorkommen und die mikrotopographische Lage \u2013 also ob die Fl\u00e4che auf einem R\u00fccken oder in einer Mulde liegt \u2013 ber\u00fccksichtigt. Auch die historische Nutzung haben wir bei der Auswahl miteinbezogen: Eine Fl\u00e4che im Park, die auf einer ehemaligen Nutztier-Weide liegt, vergleichen wir mit einer Aussenfl\u00e4che, die eine \u00e4hnliche Nutzungsgeschichte aufweist.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25153\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Vegetationsflaeche-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"500\" \/><\/p>\n<p><em>Eine 1m<sup>2<\/sup>-Untersuchungsfl\u00e4che\u00a0ausserhalb des SNP in der Val Mora mit 59 verschiedenen Pflanzenarten (\u00a9 SNP\/Raphael von B\u00fcren)<\/em><\/p>\n<p><strong>Vegetation und Tier-Kot messen<\/strong><\/p>\n<p>Die Untersuchungsfl\u00e4chen sind je ein Quadratmeter gross. Auf jeder Fl\u00e4che erfassen wir s\u00e4mtliche vorkommende Pflanzenarten und sch\u00e4tzen ihre Deckung \u2013 also wie viel Prozent der Fl\u00e4che die jeweilige Art bedeckt. Erg\u00e4nzend dazu erfassen wir das Vorkommen und die Dichte der wilden und domestizierten Herbivoren mithilfe sogenannter Kottransekte. Dazu schreiten wir von der Vegetationsfl\u00e4che aus in jede Haupt-Himmelsrichtung je 10 Meter lange und 1 Meter breite Transekte ab. Innerhalb dieser Streifen z\u00e4hlen wir den Kot von den h\u00e4ufigen grossen Herbivoren, sprich Rothirschen, G\u00e4msen, Steinb\u00f6cken, K\u00fchen und Schafen.<\/p>\n<p>Die Datenerhebung erfolgt in den Jahren 2024 bis 2026. Die im Jahr 2026 beginnende Analyse der Daten wird aufzeigen, wie sich die Vegetation unter dem Einfluss verschiedener Arten von Beweidung unterscheidet \u2013 und welchen Einfluss der Totalschutz im Nationalpark auf die lokale Vegetation hat.<\/p>\n<p>Das Forschungsprojekt ist Bestandteil der Dissertation von Raphael von B\u00fcren am Schweizerischen Nationalpark und an der Universit\u00e4t Basel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[48,69],"class_list":["post-22812","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry","forschung_category-alle","forschung_category-vegetation"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Vegetation im Wandel - Parco Nazionale Svizzero<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/vegetation-im-wandel\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"it_IT\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Vegetation im Wandel - Parco Nazionale Svizzero\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Beitrag von Raphael von B\u00fcren (Schweizerischer Nationalpark\/Universit\u00e4t Basel) und Helene Hinze (Universit\u00e4t Greifswald) &nbsp; Seit 111 Jahren ist der Schweizerische Nationalpark sich selbst \u00fcberlassen. 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