{"id":22716,"date":"2024-08-30T16:05:21","date_gmt":"2024-08-30T14:05:21","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=22350"},"modified":"2024-08-30T16:05:21","modified_gmt":"2024-08-30T14:05:21","slug":"quellen-quellbaeche-2","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/quellen-quellbaeche-2\/","title":{"rendered":"Quellen und Quellb\u00e4che"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Beitrag von Stefanie von Fumetti &amp; Angelika Abderhalden<\/em><br \/>\n<em>Universit\u00e4t Basel &amp; UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair<\/em><br \/>\n<em>9. August 2024<\/em><\/p>\n<p><strong>Seit 2019 werden Quellen und Quellb\u00e4che in der UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair intensiv untersucht. Wir wollen verstehen, ob etwaige Umweltver\u00e4nderungen verursacht durch den Klimawandel Auswirkungen auf die Biodiversit\u00e4t in diesen speziellen Lebensr\u00e4umen haben. <\/strong><\/p>\n<p>Fliessgew\u00e4sser in den Alpen und ihre Lebensgemeinschaften werden besonders stark vom Klimawandel betroffen sein. Prognosen deuten auf steigende Wassertemperaturen und ein ver\u00e4ndertes Abflussregime hin. Zumindest f\u00fcr Gletscher-gespiesene B\u00e4che gibt es erste Studien, die diese Prognosen best\u00e4tigen. \u00dcber Grundwasser-gespiesene Quellen und B\u00e4che weiss man dagegen wenig.<\/p>\n<p><em>Titelbild: Wegerhausquelle beim Berggasthaus Buffalora<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p><strong>Quellen-Monitoring im Kontext des Klimawandels<br \/>\n<\/strong>Quellen sind im Vergleich zu tiefer gelegenen Bachabschnitten stabile Habitate: die Wassertemperatur schwankt im Jahresverlauf nur geringf\u00fcgig und der Abfluss ist wesentlich ausgeglichener. In alpinen Regionen kann allerdings der Anteil an Gletscher- oder Permafrostschmelzwasser die Umweltbedingungen in Quellen beeinflussen. In der UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair haben wir ein Langzeit-Monitoring lanciert, das 15 Quellen und 10 Grundwasser-gespiesene B\u00e4che untersucht. Das langfristige Ziel ist es, zu verstehen, ob sich die Umweltbedingungen in Grundwasser-gespiesenen Bachoberl\u00e4ufen in den Alpen ver\u00e4ndern und ob sich etwaige Ver\u00e4nderungen auf die Lebensgemeinschaften auswirken. Hierf\u00fcr haben wir unter anderem Temperaturlogger ausgelegt und auch den Abfluss und weitere Umweltparameter regelm\u00e4ssig gemessen (Abb.1). Von 2019 bis 2021 haben wir zudem die Gemeinschaften an Wirbellosen Tieren (sog. Invertebraten) analysiert (Abb.2).<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_NSteiner_TamangurLoggerKuh.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-22354\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_NSteiner_TamangurLoggerKuh-200x300.jpg\" alt=\"Forscherin beim Auslesen eines Leitf\u00e4higkeitsloggers mit Kuh als Zuschauerin\" width=\"400\" height=\"600\" \/> <\/a><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_SvonFumetti_ProbenahmeNicolaSteiner.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-22356\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_SvonFumetti_ProbenahmeNicolaSteiner-682x1024.jpg\" alt=\"Forscher bei Beprobung in Bach\" width=\"400\" height=\"600\" \/><\/a> <a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_SvonFumetti_PNeDNA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-22355\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2024\/08\/SNP_SvonFumetti_PNeDNA-200x300.jpg\" alt=\"Forscherin bei Probenahme f\u00fcr eDNA-Metabarcoding\" width=\"400\" height=\"600\" \/> <\/a><\/p>\n<p><em><strong>\u00a0Abb.1 bis 3<\/strong>, v.l.n.r.: Auslesen eines Leitf\u00e4higkeitsloggers unter den neugierigen Blicken einer Kuh. Quelle in der hinteren Val S-charl \/\/ Beprobung der Wirbellosen \/\/ Probenahme f\u00fcr eDNA-Metabarcoding<\/em><\/p>\n<p><strong>Stabile Umweltbedingungen in Quellen<br \/>\n<\/strong>Die ersten Resultate nach f\u00fcnf Jahren Monitoring best\u00e4tigen, dass Quellen und ihre B\u00e4che stabile Umweltbedingungen aufweisen. Die Variabilit\u00e4t der Wassertemperatur nimmt wie erwartet bachabw\u00e4rts zu. Eine gewisse saisonale Variabilit\u00e4t auch in den Quellen l\u00e4sst sich wohl auf den Einfluss von Permafrost oder Schneeschmelze zur\u00fcckf\u00fchren. Die Artenzusammensetzung wird am st\u00e4rksten von der H\u00f6henlage und der Verf\u00fcgbarkeit von Holz beeinflusst. Dies sind beides Hinweise auf den starken Einfluss, den die Bewaldung auf die Nahrungsnetzstruktur hat. Nach f\u00fcnf Jahren Monitoring haben wir nun ein solides Grundlagenwissen \u00fcber die Umweltbedingungen und die Besiedlung der Quellen und Quellb\u00e4che. Dies ist wichtig, um etwaige Ver\u00e4nderungen, die zuk\u00fcnftig auftreten k\u00f6nnten, richtig zu interpretieren.<\/p>\n<p><strong>eDNA-Metabarcoding als nicht-invasive Methode<br \/>\n<\/strong>Das Monitoring f\u00fchren wir in den n\u00e4chsten Jahren weiter. Um den Eingriff in die empfindlichen Lebensr\u00e4ume m\u00f6glichst gering zu halten, haben wir die faunistischen Beprobungen 2022 durch ein eDNA-Monitoring ersetzt (Abb.3). Dieses soll nur alle vier Jahre durch klassische Beprobungen erg\u00e4nzt werden. Mittels eDNA k\u00f6nnen wir auch Arten nachweisen, die sich morphologisch nur mit sehr viel Aufwand bestimmen lassen. Dank der Kontinuit\u00e4t der Aufnahmen stellen wir sicher, dass durch den Klimawandel hervorgerufene Ver\u00e4nderungen wirklich erfasst werden. Dies wird auch f\u00fcr andere Regionen in den Alpen von grossem Nutzen sein.<\/p>\n<h4><strong><br \/>\nLiteratur:\u00a0<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>Von Fumetti S. &amp; Abderhalden A. (2024): Monitoring potential impacts of climate change on the biodiversity of springs and springbrooks in the Central Alps. Aquatic Sciences 86:80. <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00027-024-01095-6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/doi.org\/10.1007\/s00027-024-01095-6<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[],"class_list":["post-22716","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Quellen und Quellb\u00e4che - Parco Nazionale Svizzero<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/it\/forschung\/quellen-quellbaeche-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"it_IT\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Quellen und Quellb\u00e4che - Parco Nazionale Svizzero\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Beitrag von Stefanie von Fumetti &amp; Angelika Abderhalden Universit\u00e4t Basel &amp; UNESCO Biosfera Engiadina Val M\u00fcstair 9. 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