{"id":21540,"date":"2014-06-17T10:03:36","date_gmt":"2014-06-17T08:03:36","guid":{"rendered":"http:\/\/localhost\/wp_nationalpark\/medianews\/medienmitteilungen-2014\/umweltunfall-am-spoel-bilanz-nach-einem-jahr\/"},"modified":"2025-12-21T00:10:16","modified_gmt":"2025-12-20T23:10:16","slug":"umweltunfall-am-spoel-bilanz-nach-einem-jahr","status":"publish","type":"medianews_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/medianews\/umweltunfall-am-spoel-bilanz-nach-einem-jahr\/","title":{"rendered":"Umweltunfall am Sp\u00f6l: Bilanz nach einem Jahr"},"content":{"rendered":"<p><strong>Medienmitteilung der Task Force Sp\u00f6l vom 17. Juni 2014<\/strong><\/p>\n<p>Der Sp\u00f6l ist ein Jahr nach dem \u00d6ko-Unfall am 30. M\u00e4rz 2013 in Punt dal Gall auf gutem Weg. Diese zeigen die seit dem Unfall bis heute durchgef\u00fchrten Untersuchungen zahlreicher Fachleute. Die Ausgangslage und s\u00e4mtliche Ergebnisse sowie vorbeugende Massnahmen werden im Herbst in einem Schlussbericht ver\u00f6ffentlicht. Dies beschloss die Task Force Sp\u00f6l, welche im Anschluss an den \u00d6ko-Unfall gebildet wurde, Mitte Juni in Chur.<\/p>\n<p>In der Nacht vom 29. zum 30. M\u00e4rz 2013 f\u00fchrte Feinsedimenteintrag in die Dotieranlage des Stausees Livigno zum Ausfall der Restwasserabgabe und zur Verschlammung und zeitweisen Trockenlegung des Sp\u00f6lbachs im Schweizerischen Nationalpark (SNP). Mehrere Tausend Fische verendeten. Um die Ursachen und die \u00f6kologischen Auswirkungen zu untersuchen, wurde in der Folge eine Task Force \u2013 bestehend aus Vertretern der betroffenen eidgen\u00f6ssischen und kantonalen \u00c4mter, den Engadiner Kraftwerken (EKW), dem Schweizerischen Nationalpark (SNP) und der Forschungskommission des SNP \u2013 gebildet, um die Ursachen und Folgen des Ungl\u00fccks zu untersuchen. Diese unb\u00fcrokratische und partnerschaftliche Zusammenarbeit war m\u00f6glich, weil diese Gremien am Sp\u00f6l seit Jahren erfolgreich mit k\u00fcnstlichen Hochwassern ein naturnahes Regime simulieren und dessen Entwicklung wissenschaftlich begleiten. Aufgrund der dadurch vorhandenen Kenntnisse \u00fcber die Prozesse und die Lebewelt des Sp\u00f6ls war ein detaillierter Vergleich des \u00f6kologischen Zustandes vor und nach dem Unfall m\u00f6glich. Die strafrechtlichen Untersuchungen sind nicht Gegenstand dieser Task Force.<br \/>\nAm 10. Juni trafen sich die Experten in Chur, um die Ergebnisse der bisherigen Abkl\u00e4rungen zu diskutieren und zu verabschieden. Zudem wurden eine Reihe von m\u00f6glichen Empfehlungen zu Handen von Bund und Kanton, den EKW und der Forschung er\u00f6rtert, welche das Risiko solcher Ereignisse am Sp\u00f6l weiter minimieren sollen.<\/p>\n<p>Eine Kartierung der Bachforellen-Laichpl\u00e4tze im Fr\u00fchwinter belegte, dass die \u00fcberlebenden Fische ihre angestammten Laichpl\u00e4tze wieder aufsuchten. Anhand der Fischbestandsaufnahmen 2013 und 2014 konnte rekonstruiert werden, dass mindestens ein Drittel der urspr\u00fcnglichen Bachforellen-Population den Unfall an Ostern 2013 \u00fcberlebt hatte. Daf\u00fcr entscheidend waren das aus den Seitenb\u00e4chen zufliessende Wasser und die Fluchtm\u00f6glichkeit in tiefere Becken und in den unterhalb liegenden Stausee Lai da l\u2019Ova Spin. Im Fr\u00fchjahr 2014 wurden im unteren Teil des betroffenen Sp\u00f6l-Abschnitts wieder zahlreiche und wohlgen\u00e4hrte Bachforellen angetroffen, auf den ersten ca. 1,5 km unterhalb der Staumauer geht die Wiederbesiedlung allerdings erst langsam voran. Hier hatten wahrscheinlich keine Forellen \u00fcberlebt, die an ihre Standorte zur\u00fcckkehren konnten. Der Bestand muss sich deshalb vor allem durch die nat\u00fcrliche Reproduktion erholen.<\/p>\n<p>Die Engadiner Kraftwerke haben aufgrund der Vorkommnisse als Sofortmassnahme das betriebliche Absenkziel auf 1735 m. \u00fc. M. erh\u00f6ht. Damit kann das Risiko von erneuten Schlammaustr\u00e4gen minimiert werden. Zudem pr\u00fcfen die EKW technische Verbesserungen im Rahmen der in den kommenden Jahren vorgesehenen Sanierung der Stauanlage. Dazu geh\u00f6ren eine H\u00f6herlegung des Dotierwassereinlaufs, um jederzeit in der Lage zu sein, sauberes Wasser in den Sp\u00f6l zu leiten, sowie die Installation redundanter Restwassermessungen. Aufgrund der Erkenntnisse aus dem Umweltunfall sollen s\u00e4mtliche Sanierungsarbeiten durchgef\u00fchrt werden, ohne den Stausee abzusenken. Im Verlauf der kommenden Monate wird EKW die f\u00fcr die Projektanpassungen notwendigen Genehmigungsverfahren einleiten.<\/p>\n<p>Die Task Force begr\u00fcsst dieses Vorgehen der EKW und beschloss dar\u00fcber hinaus die folgenden weiteren Massnahmen: Die k\u00fcnstlichen Hochwasser am Sp\u00f6l sollen weiterhin durchgef\u00fchrt werden, um einerseits den Grundablass freizuhalten, andererseits aber auch um die Dynamik im Sp\u00f6l und damit die nat\u00fcrliche Artenvielfalt zu f\u00f6rdern. Zudem wird das \u00f6kologische Monitoring am Sp\u00f6l und seinen gr\u00f6sseren Seitenb\u00e4chen unter der Leitung der Forschungskommission des SNP weitergef\u00fchrt, erg\u00e4nzt mit weiteren Fischbestandaufnahmen im 1-2 Jahresrhythmus. Zudem w\u00fcnscht sich die Taskforce, dass in Zukunft weitere Forschungsarbeiten im Bereich der Sedimentbewegungen gemacht werden, um diese Abl\u00e4ufe besser zu verstehen.<\/p>\n<p>Weitere Informationen:<\/p>\n<p>Amt f\u00fcr Jagd und Fischerei (Task-Force Leitung)<br \/>\nDr. Marcel Michel<br \/>\nTel. 081 257 38 94<br \/>\nMob. 079 650 55 42<br \/>\nmarcel.michel@ajf.gr.ch<\/p>\n<p>SCHWEIZERISCHER NATIONALPARK<br \/>\nRuedi Haller<br \/>\nTel. 081 851 41 11<br \/>\nrhaller(at)nationalpark.ch<\/p>\n<p>Engadiner Kraftwerke AG<br \/>\nMichael Roth, Direktor<br \/>\nTel. 081 851 43 11<br \/>\nm.roth(at)engadin-strom.ch<\/p>\n<p>Chronologie der Ereignisse<\/p>\n<p>Die Aufarbeitung der Ereignisse zeigte, dass aufgrund des tiefen Wasserstandes im Stausee Livigno \u2013 der allerdings mit 17 m noch deutlich \u00fcber der minimalen Konzessionsh\u00f6he lag \u2013 Sedimentmassen vornehmlich aus dem Seitenarm von Gallo her in Bewegung gerieten und durch die Dotieranlage in den Sp\u00f6l gelangten bis die Dotieranlage verstopfte, was zu einem Ausfall des Restwassers f\u00fchrte. Die Verstopfung konnte aufgrund der baulichen Situation nur durch das \u00d6ffnen des Grundablasses behoben werden, was zu einem weiteren Schlammeintrag in den Sp\u00f6l f\u00fchrte. Aufgrund des zun\u00e4chst fehlenden Wassers und der sehr hohen Schlickkonzentration im Wasser verendeten grosse Mengen an Bachforellen und Kleinlebewesen. Bereits am Vortag waren \u2013 unabh\u00e4ngig von den Ereignissen am Bach \u2013 Tausende von Seesaiblingen in den Druckstollen und von dort in die Turbinen der EKW geraten. Nebst dem Fischsterben wurde durch das Ereignis das Bachbett des Sp\u00f6l \u00fcber ca. 2 km verschlammt. Um diesen Schlamm wieder zu entfernen und damit die Grundlage f\u00fcr eine Wiederbesiedlung durch Fische und Kleinlebewesen zu erm\u00f6glichen, f\u00fchrte die Task Force am 9. Juli 2013 ein k\u00fcnstliches Hochwasser durch. Die Begleituntersuchungen am Tag selbst als auch die Folgeuntersuchungen danach zeigten den Erfolg dieser Massnahme: Der Sp\u00f6l wurde weitgehend vom Schlamm befreit. Eine umfassende Wiederbesiedlung mit Kleinlebewesen erfolgte bereits im Sommer 2013. Im Fr\u00fchjahr 2014 zeigten die meisten bergbachtypischen Arten sogar h\u00f6here Besiedlungsdichten als in allen vorangegangenen Jahren.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","medianews_category":[35],"class_list":["post-21540","medianews_cpt","type-medianews_cpt","status-publish","hentry","medianews_category-35"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Umweltunfall am Sp\u00f6l: Bilanz nach einem Jahr - Parc National Suisse<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/medianews\/umweltunfall-am-spoel-bilanz-nach-einem-jahr\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"fr_FR\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Umweltunfall am Sp\u00f6l: Bilanz nach einem Jahr - Parc National Suisse\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Medienmitteilung der Task Force Sp\u00f6l vom 17. 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