{"id":24254,"date":"2025-11-17T11:15:18","date_gmt":"2025-11-17T10:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=25307"},"modified":"2026-06-09T19:09:57","modified_gmt":"2026-06-09T17:09:57","slug":"kleine-juwelen-aus-einer-verborgenen-welt-2-3","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/kleine-juwelen-aus-einer-verborgenen-welt-2-3\/","title":{"rendered":"Kleine Juwelen aus einer verborgenen Welt"},"content":{"rendered":"<p><em>Titelbild: Ein sehr seltener Fund aus der Val Muraunza: Anatas, 0,5 mm blauer, tafeliger Kristall mit H\u00e4matit, Albit und Quarz (\u00a9Gianpaolo Pedersini)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Ein Beitrag von Linda Feichtinger (Regionaler Naturpark Biosfera Val M\u00fcstair)<\/em><\/p>\n<p><strong>Lange galt das Val Mu\u0308stair als wenig ergiebig fu\u0308r Mineralienfunde. Doch der italienische Mineralienexperte Edy Romani aus Bormio hat das Tal 7 Jahre lang systematisch untersucht. Seine Forschungsergebnisse f\u00f6rderten erstaunliche Entdeckungen zutage und zeigen die beeindruckende Vielfalt von rund 100 verschiedenen Mineralien. Die Funde sind nun in einem faszinierenden Buch dokumentiert.<\/strong><\/p>\n<p>Viele Regionen in den Alpen, wie beispielsweise die Surselva im Bu\u0308ndner Oberland, sind fu\u0308r ihren Mineralienreichtum bekannt. Mineralien entstanden durch magmatische Vorg\u00e4nge bei der Erstarrung von Gesteinsschmelzen, durch die Ablagerung von Sedimenten oder durch die Umwandlung bereits vorhandener Gesteine. Das Val Mu\u0308stair mit seinen Sedimentgesteinen, Wechsellagerungen von Sedimenten mit vulkanischem Gestein und unter grossem Druck und grosser Hitze umgewandelten Metamorphiten galt bisher nicht als bedeutende Mineralienregion. Noch bis 2017 waren lediglich 14 verschiedene Mineralien wissenschaftlich fu\u0308r das Gebiet dokumentiert. Nun zeigte sich, dass mit viel Fachkenntnis und noch mehr Ausdauer auch im Val Mu\u0308stair ganz Erstaunliches ans Licht kommen kann. Edy Romani untersuchte das Tal u\u0308ber 7 Jahre hinweg systematisch. Dabei fand der Direktor des Mineralogischen und Naturkundlichen Museums von Bormio rund 100 verschiedene Mineralien. Zuvor hatte er bereits die Mineralienvorkommen der T\u00e4ler um Bormio und Livigno in Italien sowie der Val Poschiavo in der Schweiz untersucht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-25298 alignnone\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/FH_20221122_-300x253.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"507\" \/><\/p>\n<p><em>Valentit in Ku\u0308gelchen auf Boulangerit und Jamesonit in Calcit aus der Val Schais, Bildbereich 6 x 5 mm (\u00a9Gianpaolo Pedersini)<\/em><\/p>\n<p><strong>Erster T\u00fcrkis in der Schweiz und in den Alpen<\/strong><\/p>\n<p>Auf die Frage, wie er ein so grosses Gebiet wie das Val Mu\u0308stair nach Mineralien absuchen konnte, meint Edy Romani: \u00abDies hat viel mit Erfahrung zu tun.\u00bb Er sieht die Berge nicht nur als Gestein, er sieht sie als Buch, in dem jede Gesteinsfarbe und jede Felsstruktur eine Geschichte erz\u00e4hlen. \u00abMan muss nur lernen, die Geschichten zu lesen\u00bb, sagt der Mineralienexperte. Dank ihm erhalten wir einen Einblick in diese bisher verborgenen Geschichten des Val Mu\u0308stair. Neben Anatas, Azurit, Rosasit, Titanit und Wulfenit ist der spektakul\u00e4rste Fund zweifellos ein Tu\u0308rkis aus La Sassa in Tschierv. Diese Entdeckung ist ein Novum fu\u0308r die ganze Schweiz und den Alpenbogen. Edy Romani entdeckte auch Gold im Gestein bei Chazfor\u00e0, jedoch in \u00e4usserst kleinen Einlagerungen, die sich auf eine einzige Fundstelle im gesamten Tal beschr\u00e4nken und so geringfu\u0308gig sind, dass das Val Mu\u0308stair wohl von einem m\u00f6glichen Goldrausch verschont bleiben wird.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-25330\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/FH_20210828_-3-300x257.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"514\" \/><\/p>\n<p><em>T\u00fcrkis aus La Sassa in Tschierv<\/em><\/p>\n<p><strong>Kleine Juwelen einer verborgenen Welt<\/strong><\/p>\n<p>Die Entdeckungen von Edy Romani sind in dem Buch <em>Kleine Juwelen einer verborgenen Welt \u2013 Piccoli gioielli <\/em><em>di un mondo nascosto<\/em> zusammengefasst. Das feine Werk, das durchgehend auf Deutsch und Italienisch verfasst ist, entstand in Zusammenarbeit mit dem Mail\u00e4nder Geologieprofessor Fabrizio Berra. Die beiden Experten pr\u00e4sentieren auf 220 Seiten 101 Mineralien zusammen mit faszinierenden Fotografien des Mail\u00e4nder Naturfotografen Gianpaolo Pedersini. Unermu\u0308dlich unterstu\u0308tzt wurde das Projekt von Edy Romanis Ehefrau Giovanna, zahlreichen weiteren Mineralienexperten und dem Regionalen Naturpark Biosfera Val Mu\u0308stair, der den Druck des Buches mitfinanzierte.<\/p>\n<p><strong>Ein Aufruf zur Weiterforschung<\/strong><\/p>\n<p>Noch sind nicht alle Mineralien abschliessend klassifiziert, Mineralien mit ungekl\u00e4rten Fragen mit einem Sternchen markiert. Edy Romani sieht die Forschung im Val Mu\u0308stair daher nicht als abgeschlossen. Die Dokumentation und das Buch versteht er als Aufforderung an andere Fachleute, die geologischen Geheimnisse des Val Mu\u0308stair weiter zu erforschen. Alle Mineralien sind im Museum in Bormio gelagert und stehen dort fu\u0308r kommende Forschungszwecke zur Verfu\u0308gung.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen<\/strong><\/p>\n<p>Das Buch <em>Kleine Juwelen einer verborgenen Welt<\/em> ist fu\u0308r CHF 38.\u2013 bei Qualitas und im Klosterladen in Mu\u0308stair, im Kiosk in Sta. Maria und in der G\u00e4ste-Information in Tschierv erh\u00e4ltlich. Sie k\u00f6nnen es auch per E-Mail unter edithfliri@bluewin.ch zuzu\u0308glich Versandkosten bestellen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-25331\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/11\/FH_20180218_-259x300.jpg\" alt=\"\" width=\"259\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p>Empfehlenswert ist daru\u0308ber hinaus das <a href=\"https:\/\/museomineralogicobormio.altervista.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mineralogische und Naturkundliche Museum in Bormio<\/a>. Es beherbergt eine beeindruckende Sammlung von u\u0308ber 14&rsquo;000 Kristallen und Mineralien, die haupts\u00e4chlich aus den umliegenden T\u00e4lern und Bergen stammen, aber auch Exponate aus der ganzen Welt. museomineralogicobormio.altervista.org<\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[],"class_list":["post-24254","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kleine Juwelen aus einer verborgenen Welt - Parc National Suisse<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/kleine-juwelen-aus-einer-verborgenen-welt-2-3\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"fr_FR\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kleine Juwelen aus einer verborgenen Welt - Parc National Suisse\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Titelbild: Ein sehr seltener Fund aus der Val Muraunza: Anatas, 0,5 mm blauer, tafeliger Kristall mit H\u00e4matit, Albit und Quarz (\u00a9Gianpaolo Pedersini) &nbsp; 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