{"id":23934,"date":"2025-09-29T10:49:17","date_gmt":"2025-09-29T08:49:17","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=24972"},"modified":"2026-06-09T15:13:11","modified_gmt":"2026-06-09T13:13:11","slug":"heimliche-nachbarn-3","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/heimliche-nachbarn-3\/","title":{"rendered":"Gemeinsam auf der Spur unserer heimlichen Nachbarn"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Beitrag von Angelika Abderhalden (<a href=\"https:\/\/www.proterrae.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fundaziun Pro Terra Engiadina<\/a>) und Fabienne Frey (<a href=\"https:\/\/scnat.ch\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">SCNAT<\/a>)<br \/>\n29. September 2025<\/em><\/p>\n<p><strong>Seit 2019 suchen wir in der Region Engiadina Val M\u00fcstair zusammen mit der Bev\u00f6lkerung nach den versteckten Tieren in unserer Umgebung. Dies mit dem Ziel, die Tiere und ihre Lebensr\u00e4ume besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Besonders erfolgreich war die Suche nach dem Gartenschl\u00e4fer. Auch Schulklassen beteiligen sich am Projekt und lernen so mehr \u00fcber ihre wilden Nachbarn.<\/strong><\/p>\n<p><em>Titelbild: Die St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene ist selten und sch\u00fctzenswert (\u00a9Gian Reto Marugg)<\/em><\/p>\n<p>Der Gartenschl\u00e4fer war das Tier des Jahres 2022 \u2013 eine grosse Bekanntheit geniesst der kleine Nager aber nicht. Mit seiner schwarzen Augenmaske lebt er nachtaktiv in der Umgebung von Siedlungen. Um mehr \u00fcber unseren heimlichen Nachbarn zu erfahren, haben wir den Aufruf \u00abdem Gartenschl\u00e4fer auf der Spur\u00bb gestartet. Dazu erhielten wir auf der Plattform <a href=\"https:\/\/engiadina-val-muestair.wildenachbarn.ch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abWilde Nachbarn\u00bb<\/a> erstaunlich viele Meldungen, mit denen wir die Verbreitung der Tiere sehen k\u00f6nnen. So dokumentierte ein Melder unterhalb von Brail fast jeden Abend fotografisch, wie ein Gartenschl\u00e4fer an den Inhalt eines Kompostbeh\u00e4lters zu gelangen versuchte. Eine andere Melderin berichtete von einem Gartenschl\u00e4fer aus Santa Maria in der Val M\u00fcstair. Das Tier wohne an der Via Veglia und sie beobachte es dort schon seit zwei Jahren. Auch sie belegte ihre Beobach\u00adtung mit einem Bild, was f\u00fcr die Datenvalidierung der Meldeplattform besonders wertvoll ist.<\/p>\n<p><em><strong><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Jiri_Bodhal_Gartenschlaefer_JiriBodhal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24984\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Jiri_Bodhal_Gartenschlaefer_JiriBodhal-1024x746.jpg\" alt=\"Gartenschl\u00e4fer auf Holzrinde\" width=\"800\" height=\"583\" \/><\/a><br \/>\nAbb. 1:<\/strong> Gesucht und gefunden: Ein Gartenschl\u00e4fer (\u00a9Jiri Bodhal)<\/em><\/p>\n<p>Im Rahmen des Projekts haben wir nicht nur digitale, sondern auch analoge Spuren des Gartenschl\u00e4fers gesammelt. Gut 20 Freiwillige beteiligen sich seit 2023 beim Ausbringen von 40 Spurentunnels (siehe Abbildung) zwischen Martina und Susch. In B\u00fcschen auf verschiedenen H\u00f6hen platziert, stellen sie f\u00fcr Kleins\u00e4uger spannende Verstecke dar. Beim Durchlaufen hinterlassen die Tiere ihre Trittsiegel auf einem Papier, das im Spurentunnel liegt. Einen Monat nach Ausbringen der Tunnels werteten Expert:innen die Spurenbl\u00e4tter aus und teilten die erfolgreichen Ergebnisse an einem gemeinsamen Projekttreffen mit den Freiwilligen. Von 2023 bis 2024 liefen in 27 Tunnels Gartenschl\u00e4fer durch!<\/p>\n<p><em><strong><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Wildenachbarn_Spurentunnel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24985\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/Wildenachbarn_Spurentunnel.jpg\" alt=\"Spurentunnel im Geb\u00fcsch\" width=\"800\" height=\"600\" \/><\/a><br \/>\nAbb. 2.:<\/strong> Holztunnels in B\u00fcschen dienen der Spurensicherung von Kleins\u00e4ugern (<\/em><em>\u00a9<\/em><em>Wildenachbarn).<\/em><\/p>\n<h5><strong>Mit Schulklassen auf Spurensuche<\/strong><\/h5>\n<p>Auch zusammen mit Schulklassen basteln wir Spurentunnels f\u00fcr Kleins\u00e4uger wie Wiesel, Hermelin, Gartenschl\u00e4fer, Igel oder M\u00e4use und stellen diese auf. Die Kinder und ihre Eltern wechseln die Spurenbl\u00e4tter w\u00f6chentlich aus und Expert:innen f\u00fcr Kleins\u00e4uger bestimmen die Spuren. So erforschen die Kinder, welche Tiere in ihrer Umgebung leben und werden gleichzeitig f\u00fcr den Schutz deren Lebensr\u00e4ume sensibilisiert. Um die Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler dar\u00fcber hinaus f\u00fcr eine Mitmachaktion zu begeistern, informieren Fachpersonen aus der Umweltbildung in Klassenzimmern oder an Anl\u00e4ssen draussen \u00fcber die Tiergruppen unserer Aufrufe.<\/p>\n<h5><strong>Aktuell gesucht: St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene und Riesen-Haarstrang<\/strong><\/h5>\n<p>Zu den aktuellen Projekten geh\u00f6rt die Kartierung der Vorkommen einer seltenen Wildbiene, die St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene (<em>Megachile genalis<\/em>). Dies ist ein Kooperationsprojekt mit dem <a href=\"https:\/\/www.parc-ela.ch\/de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Parc Ela<\/a>, in welchem die seltene Wildbiene haupts\u00e4chlich verbreitet ist. Der Naturpark verfolgt im Kanton Graub\u00fcnden einen Aktionsplan zum Schutz der St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene. Mit einem Melde-Aufruf soll die Bev\u00f6lkerung zugleich f\u00fcr die Pflanze sensibilisiert werden, in der die Biene haupts\u00e4chlich nistet. Der sogenannte Riesen-Haarstrang (<em>Peucedanum verticillare<\/em>) w\u00e4chst gross und gleicht der Wald Engelwurz <em>(Angelica sylvestris<\/em>). Beide Pflanzen sind wichtige Lebensr\u00e4ume f\u00fcr Insekten und beide werden von der St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene genutzt. Aber aufgepasst: Sie sehen auch dem invasiven Neophyten Riesen B\u00e4renklau (<em>Heracleum mantegazzianum<\/em>) zum Verwechseln \u00e4hnlich. Der aktuelle Aufruf ist daher hilfreich, um die Pflanzen und ihre Lebensr\u00e4ume besser sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em><strong><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/NicolinaMarugg_Angelica_sylvestris_und_Peucedanum_verticillare.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-24986\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/09\/NicolinaMarugg_Angelica_sylvestris_und_Peucedanum_verticillare-200x300.jpg\" alt=\"Riesen-Haarstrang in einer Wiese\" width=\"300\" height=\"450\" \/><\/a><br \/>\nAbb. 3.:<\/strong> Wald Engelwurz und Riesen-Haarstrang \u2013 hier nistet die St\u00e4ngel-Blattschneiderbiene (<\/em><em>\u00a9Nicolina Marugg<\/em><em>).<\/em><\/p>\n<h4><strong>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/forschung\/wildenachbarn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mehr zum Projekt\u00a0<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/engiadina-val-muestair.wildenachbarn.ch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wilde Nachbarn Engiadina Val M\u00fcstair<\/a><\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[],"class_list":["post-23934","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gemeinsam auf der Spur unserer heimlichen Nachbarn - Parc National Suisse<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/heimliche-nachbarn-3\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"fr_FR\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gemeinsam auf der Spur unserer heimlichen Nachbarn - Parc National Suisse\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Beitrag von Angelika Abderhalden (Fundaziun Pro Terra Engiadina) und Fabienne Frey (SCNAT) 29. 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