{"id":23313,"date":"2025-02-27T13:50:43","date_gmt":"2025-02-27T12:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.ch\/?post_type=forschung_cpt&#038;p=23500"},"modified":"2025-02-27T13:50:43","modified_gmt":"2025-02-27T12:50:43","slug":"23500-2-2-3-2-2","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/23500-2-2-3-2-2\/","title":{"rendered":"Landschaftsobservatorium"},"content":{"rendered":"<p><strong>Julia Murer hat 2024 ihre Masterarbeit zum \u00abLandschaftsobservatorium Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair\u00bb geschrieben. Sie untersuchte verschiedene Typen von Landschaftsobservatorien, sprach mit Personen inner- und ausserhalb der Region und zeigte m\u00f6gliche Umsetzungen auf.<\/strong><\/p>\n<p>Die Region Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair ist bekannt f\u00fcr eine Vielfalt an Landschaften, die f\u00fcr den Tourismus und die Bev\u00f6lkerung eine grosse Bedeutung haben. Allerdings ist das Wort Landschaft sehr weit fassbar. Alleine beim Lesen der letzten Ausgaben der Allegra kommt der Begriff Landschaft in unterschiedlichem Kontext vor. In der Allegra Nr. 3 schreibt Thomas Rempfler vom \u00abKonzept der Landschaft der Angst\u00bb, welches in der Wildtier\u00f6kologie verwendet wird. Im letzten Heft berichtete Tamara Estermann vom Landschaftswandel w\u00e4hrend der letzten 111 Jahre im Schweizerischen Nationalpark. Landschaft ist etwas Allgegenw\u00e4rtiges, allerdings nicht immer Fassbares und vor allem wird sie nicht von allen gleich gesehen. Genau das ist es, was ihre Faszination ausmacht.<\/p>\n<p><strong>Was ist ein Landschaftsobservatorium?<\/strong><\/p>\n<p>Der Wert von Landschaft ist auf internationaler Ebene sehr hoch eingestuft. Der Europarat hat dazu die Landschaftskonvention initiiert, um deren Bedeutung zu st\u00e4rken. Die Grundaufgaben sind folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Verschiedene Komponenten der Landschaft in einem ganzheitlichen Ansatz \u00fcberpr\u00fcfen.<\/li>\n<li>Landschaftsver\u00e4nderungen erkennen.<\/li>\n<li>Die Landschaft partizipativ und nachhaltig weiterentwickeln.<\/li>\n<li>Zentren, Institutionen oder Plattformen schaffen, welche die Landschaft beobachten, die gesammelten Daten ver\u00f6ffentlichen und Raum f\u00fcr Diskussionen \u00fcber die Weiterentwicklung von Landschaft bieten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Um diese Aufgaben zu erf\u00fcllen, wurden Massnahmen vorgeschlagen, unter denen die Einrichtung von Landschaftsobservatorien (LO) zu finden sind. Unter einem LO kann man Institutionen, Zentren oder Plattformen verstehen, die den aktuellen Zustand der Landschaft beschreiben, historisches Wissen sammeln, Zukunftsszenarien entwerfen und Wissen und Praktiken der Landschaftspflege austauschen. Dies wurde vom Europarat 2008 beschrieben ohne jedoch genauere Umsetzungsvorschl\u00e4ge zu formulieren. Deshalb gibt es in Europa inzwischen verschiedenste LO. Diese hat Julia Murer im Rahmen der Masterarbeit kategorisiert und auf ihre Anwendung f\u00fcr unsere Region bewertet. Die beurteilten LO teilte sie ein in Monitoring LO, fotografisches LO, Bewusstseinsbildung LO und Plattform LO.<br \/>\nIn der Schweiz besteht ein etabliertes Landschaftsmonitoring (LABES), welches bereits seit 2011 in regelm\u00e4ssigen Abst\u00e4nden die physische und die wahrgenommene Qualit\u00e4t der Landschaften der Schweiz erfasst. Momentan ist die dritte Erhebung geplant. Dazu ist in der Region Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair ein Pilotprojekt vorgesehen. F\u00fcr die regionale bis lokale Ebene ist dies jedoch nur bedingt anwendbar. Daher lautete eine Fragestellung der Masterarbeit, wie die verschiedenen europ\u00e4ischen LO funktionieren und wie daraus abgeleitet, ein potenzielles LO in der Region Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair umgesetzt werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Das Ergebnis empfiehlt die Umsetzung eines Plattform LO, wodurch Vernetzung und Partizipation gest\u00e4rkt werden. Wir w\u00fcrden uns freuen, wenn wir von begeisterten Personen, die an Landschaft in all ihren Facetten Interesse haben, auf ein paar Fragen, die in der abschliessenden Infobox verlinkt sind, R\u00fcckmeldung erhalten w\u00fcrden.<\/p>\n<p><strong>Wandel der Landschaft \u2013 eine spannende Geschichte neu entdecken<\/strong><\/p>\n<p>Landschaften sind beinahe wie ein Krimi zu lesen. Dies, weil man immer neue Zusammenh\u00e4nge entdeckt, je mehr man sich damit befasst und je genauer man beobachtend durch die Landschaft geht. Im bereits abgeschlossenen Modellvorhaben INSCUNTRAR war das ein Thema und es wurden Geschichten und Inhalte entwickelt, die nun f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zur Verf\u00fcgung stehen. In der Gemeinde Valsot sind mit der \u00abValsot App\u00bb an 51 Standorten neben vielen Informationen zur Kulturlandschaft auch Refotografien integriert. Der in Vn\u00e0 startende N-Trail \u00abBlick zur\u00fcck nach vorne\u00bb, mit Elementen zu den ehemaligen Bew\u00e4sserungsgr\u00e4ben, zur Vielfalt der Trockenwiesen und vielem mehr, f\u00fchrt die Besuchenden durch die traditionelle Kulturlandschaft bis nach Ramosch. In Samnaun werden Interessierte auf zwei N-Trails \u00abWo das Wasser das Licht erblickt\u00bb und \u00abVom Tr\u00f6pfeln, Pl\u00e4tschern und Fliessen\u00bb mit Informationen zu wertvollen Landschaftselementen wie Quellen, B\u00e4chen und Bergen begleitet. In Scuol lautet das Thema \u00abWasser und Vielfalt\u00bb und die Informationen reichen von Quellen \u00fcber Obstg\u00e4rten bis hin zum Gem\u00fcseanbau. Beim N-Trail \u00abNeue Vielfalt am Inn\u00bb kann die Entwicklung der Flusslandschaft von Sur En da Sent bis Ramosch entdeckt werden. Auf diesen Wanderungen l\u00e4sst sich immer wieder Neues entdecken, was vielleicht bis dahin noch nicht bekannt war. Flyer zu den N-Trails sind in den Tourismusb\u00fcros oder am Bahnhof Scuol verf\u00fcgbar.<\/p>\n<p><strong>Infobox:<\/strong><\/p>\n<p>INSCUNTRAR war ein Projekt der Modellvorhaben Nachhaltige Raumentwicklung 2020-2024, im Themenschwerpunkt \u00abLandschaft ist mehr wert\u00bb und wurde durch Bund und Kanton unterst\u00fctzt. Ein erster Schritt ist nun, die Ergebnisse der <a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/forschung\/landschaftsobservatorium_ebvm\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Masterarbeit von Julia Murer<\/a> zur potenziellen Einrichtung eines Landschaftsobservatoriums in der Region Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair umzusetzen. Dadurch k\u00f6nnte Wissen zur Entstehung, Nutzung und Weiterentwicklung der Landschaft an einem Ort vereint werden. Ob dies ein definierter Ort, oder eine virtuelle Plattform w\u00e4re, gilt es noch zu erarbeiten. Falls Sie Interesse h\u00e4tten, hier mitzuwirken, freuen wir uns sehr, wenn Sie die kurze Umfrage durch Scannen des QR-Codes oder via <a href=\"https:\/\/forms.gle\/CtNdcUnirkdYjhdv7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Link<\/a> ausf\u00fcllen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-23516\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/QR-code-Fragen-Landschaft-300x300.jpg\" alt=\"QR-Code\" width=\"161\" height=\"161\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Panas-ch_kombi.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23543\" src=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wp-content\/uploads\/2025\/02\/Panas-ch_kombi.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"272\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Landschaft in der Aue Panas-ch vor und nach der Revitalisierung 2017\/2020. (Fotos Walter Abderhalden)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[],"class_list":["post-23313","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Landschaftsobservatorium - Parc National Suisse<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/fr\/forschung\/23500-2-2-3-2-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"fr_FR\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Landschaftsobservatorium - Parc National Suisse\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Julia Murer hat 2024 ihre Masterarbeit zum \u00abLandschaftsobservatorium Engiadina Bassa\/Val M\u00fcstair\u00bb geschrieben. 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