{"id":23205,"date":"2023-02-19T11:09:27","date_gmt":"2023-02-19T10:09:27","guid":{"rendered":"https:\/\/nationalpark.08eins-preview.ch\/blog\/forschung\/vielfaeltige-lebensraeume-copy\/"},"modified":"2023-02-19T11:09:27","modified_gmt":"2023-02-19T10:09:27","slug":"gipfelflora-2","status":"publish","type":"forschung_cpt","link":"https:\/\/nationalpark.ch\/en\/forschung\/gipfelflora-2\/","title":{"rendered":"Gipfelflora im Stresstest"},"content":{"rendered":"<p><em>Ein Beitrag von Andrea Millh\u00e4usler &amp; Hans Lozza<br \/>\nSchweizerischer Nationalpark<\/em><br \/>\n<em>10. Februar 2020<\/em><\/p>\n<p><strong>Im Schweizerischen Nationalpark (SNP) hat die Artenzahl auf den Berggipfeln im Vergleich zu den Erstaufnahmen vor \u00fcber 100 Jahren durchschnittlich um 44 Prozent zugenommen. Dies h\u00e4ngt haupts\u00e4chlich mit dem H\u00f6hersteigen subalpiner und alpiner Pflanzenarten zusammen. Konkurrenzstarke \u00abAllerweltsarten\u00bb nehmen zu. Langfristig werden sich die Gipfel in Bezug auf die Pflanzenwelt immer \u00e4hnlicher und typische Hochgebirgspflanzen k\u00f6nnten ihren Lebensraum verlieren oder verdr\u00e4ngt werden.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die h\u00f6chsten Berggipfel sind die Territorien von hochspezialisierten Pflanzenarten. Der Klimawandel bedroht diese K\u00e4ltespezialisten besonders stark. Ihr Lebensraum wird immer kleiner. Gleichzeitig werden sie von Arten verdr\u00e4ngt, deren Verbreitungsgebiet sich in h\u00f6here Lagen verschiebt, denn diese Arten sind oft gr\u00f6sser und konkurrenzst\u00e4rker. Zu diesen einwandernden \u00abAllerweltsarten\u00bb geh\u00f6ren beispielsweise Alpenrispengras <em>Poa alpina<\/em> oder L\u00f6wenzahn <em>Taraxacum alpinum aggr<\/em>.<br \/>\nInsgesamt ist die Anzahl der Arten auf den Berggipfeln in den letzten Jahrzehnten allerdings gestiegen. Auf dem Piz Linard, einem Gipfel in der Nationalparkregion (nahe Zernez), hat Oswald Heer bei der offiziellen Erstbegehung 1835 genau eine Art festgestellt, n\u00e4mlich das Alpenmansschild <em>Androsace alpina<\/em>. Bis heute ist diese Zahl auf mittlerweile 16 Arten angestiegen. Daten aus ganz Europa zeigen zudem, dass der Anstieg des Pflanzenreichtums auf alpinen Gipfeln zunehmend schneller wird und dass diese Beschleunigung mit dem <a href=\"https:\/\/www.nationalpark.ch\/de\/forschung\/fachuebergreifende-forschung\/klimawandel\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Klimawandel<\/a> zusammenh\u00e4ngt.<br \/>\nJe nach Region zeigen sich jedoch Unterschiede.\u00a0Im Schweizerischen Nationalpark hat die Artenzahl auf den untersuchten Berggipfeln im Vergleich zu den Erstaufnahmen vor \u00fcber 100 Jahren durchschnittlich um 44 Prozent zugenommen. Dieser Trend gilt f\u00fcr Mittel- und Nordeuropa und h\u00e4ngt vorallem mit dem H\u00f6hersteigen subalpiner und alpiner Arten zusammen. In anderen Gipfelregionen hingegen, beispielsweise im s\u00fcdlichen Mittelmeergebiet, nimmt die Artenzahl ab, da die Pflanzen dort vorallem unter der zunehmenden Trockenheit leiden. L\u00e4ngerfristig muss damit gerechnet werden, dass wir einen Verlust von K\u00e4ltespezialisten haben werden und die Gipfel in Bezug auf die Pflanzen immer \u00e4hnlicher werden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/wissenschaft\/klimawandel\/\">\u2192 Mehr zu den Auswirkungen des Klimawandels<\/a><br \/>\n<a href=\"https:\/\/gloria.ac.at\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u2192 Mehr zum Projekt GLORIA, welches Alpengipfel untersucht\u00a0<\/a><\/p>\n<h4><strong>Literatur:\u00a0<\/strong><\/h4>\n<ul>\n<li>Steinbauer, M. (&#8230;.) &amp; S. Wipf (2018): Accelerated increase in plant species richness on mountain summits is linked to warming. Nature 556:\u00a0231-234<\/li>\n<li>Scheurer, T., M. Camenisch, F. Breiner &amp; G.-R. Walther (2013): Berggipfel. Pflanzen im W\u00e4rme-Stresstest. In: Haller, H., A. Eisenhut &amp; R. Haller (Hrsg.): Atlas des Schweizerischen Nationalparks. Die ersten 100 Jahre. Nat.park-Forsch. Schweiz 99\/1.\u00a0Bern: Haupt Verlag: 222-223<\/li>\n<li>Wipf, S. (2018): Braun-Blanquets Gipfelkartierungen \u2013 Bedeutung f\u00fcr die \u00f6kologische Forschung von heute. In: Cratschla 2\/2018:21<\/li>\n<li>Wipf, S., B. Baur &amp; T. Rutishauser (2019): Gipfelst\u00fcrmer im Klimawandel. In: Cratschla 2\/2019: 2-5<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.e-periodica.ch\/cntmng?pid=cra-001:2013:0::27\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wipf, S., C. Rixen &amp; V. St\u00f6ckli (2013): Ver\u00e4nderung der Gipfelfloren. In: Cratschla 2\/2013: 12-13<\/a><\/li>\n<li>Wipf, S. (2016): Ergebnisse Gloria SNP 2015. In: Cratschla 1\/2016: 12-13<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"template":"","forschung_category":[],"class_list":["post-23205","forschung_cpt","type-forschung_cpt","status-publish","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.5 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Gipfelflora im Stresstest - Swiss National Park<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/nationalpark.ch\/en\/forschung\/gipfelflora-2\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Gipfelflora im Stresstest - Swiss National Park\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Ein Beitrag von Andrea Millh\u00e4usler &amp; Hans Lozza Schweizerischer Nationalpark 10. 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