Die Biosfera unter der Lupe: Eine Landschaftskartierung auf der Basis von Luftbildern

Nahezu ein Viertel der Gesamtfläche des Alpenbogens bzw. rund vier Millionen Hektar fallen in die Kategorien Nationalpark, Naturpark oder sonstige Schutzgebiete. Um den Schutz und die Weiterentwicklung dieser Gebiete zu gewährleisten, ist es notwendig, den Ist-Zustand und die Veränderungen über die Landesgrenzen hinweg dokumentieren und auszuwerten zu können.

Dafür war es notwendig, eine länderübergreifende einheitliche Methodik zu entwickeln und anzuwenden, mit deren Hilfe ein Schutzgebiets-Management und ein auf vergleichbaren Standards beruhender Erfahrungsaustausch über den gesamten Alpenbogen hinweg möglich sind.

Aus dieser Motivation heraus entstand das alpenweite Forschungsprojekt HABITALP im Rahmen des INTERREG IIIb Förderprogramms der Europäischen Union, an dem über einen Zeitraum von vier Jahren elf alpine Schutzgebiete aus fünf Nationen mitarbeiteten.

Für die Schaffung einer einheitlichen Datengrundlage wurden durch Befliegungen Farbinfrarotluftbilder erstellt, die eine differenzierte Beschreibung der Vegetation und Landschaft ermöglichen.  Hierfür wurde der CIR-Luftbildkartierschlüssel des deutschen Bundesamtes für Naturschutz (BFN) überarbeitet und an die alpinen Fragestellungen angepasst. 

In der Region des Schweizerischen Nationalparks wurden folgende Flächen beflogen und nach dem Kartierschlüssel ausgewertet:

Für das Projekt HABITALP beflogene Flächen des Schweizerischen Nationalparks (Braun), des Val Müstair (Grün und Lila) sowie restliche Flächen (Gelb)

Der nach dem Kartierschlüssel aufgebaute Datensatz ist hierarchisch. Es werden zuerst die acht Hauptklassen Gewässer, Moore, Landwirtschaft, Rohböden und Extremstandorte, Wald etc.  unterschieden, die dann wiederum in die einzelnen Habitattypen unterteilt werden.  Weitere vorgehaltene Informationen sind der Bodenbedeckungsgrad, dominierende Arten, Baumartenanteile und zusätzliche Merkmale.